Es war ein Stau der Superlative: Nicht Autos, sondern Fußgänger, Inliner und Fahrradfahrer liefen, fuhren, drängelten und stauten sich auf der A 40. Gleich zu Ferienbeginn, am Sonntag 18. Juli 2010, machten sich geschätzte 3 Millionen Menschen zum Kulturfest auf der Ruhrgebietsautobahn auf.
"Oberschlesien an Rhein und Ruhr" war das verbindende Motto des OSLM bei dieser erst- und wahrscheinlich einmaligen Aktion. Die Programmpunkte waren so gut gewählt, dass die Aktion zu Fußball und Oberschlesien den ganzen Tag über viel Zuspruch fanden und rasch zum Stau kurz vor der Auf- und Abfahrt am Kreuz Kaiserberg beitrugen. Die Superlative von 60 Kilometer gesperrter Autobahn und viel Programm an rund 20.000 Tischen konnte kaum gesamtheitlich erfahren werden.
Zur Vorbereitung hatte das OSLM ein sechsköpfiges Projektteam gebildet. Unter der Leitung von Dr. Susanne Peters-Schildgen wirkten vorbereitend die Volotärinnen Christine Absmeier und Melanie Mehring sowie die Praktikantinnen Joanna Sasal und Julia Wahlsdorf mit. Haustechniker Marek Rutkowski hatte es übernommen, den Stand mobil zu machen, damit auch mit den Lasten bequem die zugewiesene Station erreicht werden konnte. Denn als Vorgabe der Veranstalter war bekannt, dass der Autobahnplatz nicht direkt mit dem Museumstransporter anzufahren war.
Das themengerecht dekorierte Gefährt samt Sonnenschirm bewährte sich vortrefflich, als sich die vier Mitarbeiterinnen sich am Sonntagmorgen auf den nicht weiten Weg von Hösel über die A 3 zur A 40 aufmachten. Schon beim Aufbau des somit mobilen Museums waren die Besucher nah dran. Die zahlreichen kleinen und großen Besuchern begeisterte das kreative Angebot. Oberschlesien-Memory, Fußball-Quiz oder Tischkicker, den ganzen Tag über gab es reges Besucherinteresse. Stellvertretend weiß Christine Absmeier zu berichten: "Wir haben uns auf das Publikum, den Tag und die Aktion eingestellt. Auf die gelungene Mischung kommt es bei solch einem Vorhaben an. Der Erfolg hat uns Recht gegeben."

Deutsch-polnische Fußballbeziehungen haben im Ruhrgebiet eine lange Tradition und sind eng verbunden mit der Industriegeschichte dieser Region. Hierhin zog es Ende des 19. Jahrhunderts viele Zuwanderer aus dem ehemaligen preußischen Osten mit deutscher und polnischer Muttersprache. Angeworben hatten sie die Zechengesellschaften, die ihren Bedarf an Bergleuten nicht mehr aus den umliegenden Gebieten decken konnten. Die Namen berühmter Fußballspieler wie Kuzorra, Szepan oder Burdenski - Garanten für den sportlichen Erfolg des FC Schalke - verweisen auf die Herkunft ihrer Familien aus Masuren, Mittelpolen und natürlich Schlesien.
In gewisser Weise war der Sommersonnenstausonntag auf der A 40 für alle ein Wiedersehen mit Freunden in Freude. So gab es schon für die Anmeldung wieder eine Zusammenarbeit mit den Stiftungen Gerhart Hauptmann-Haus und Martin Opitz-Bibliothek. Und viele Bekannte, Freunde und auch interessierte MitarbeiterInnen kamen beim Streckenbesuch vorbei. Geschäftsführer Andreas Gundrum vom Bundesverband der Landsmannschaft der Oberschlesier sagt: "Unsere Themen gehören in NRW dazu. Das OSLM hat dies wieder einmal richtig gemacht. Mittendrin im Geschehen, habe ich den Stand zuerst fast übersehen. Aber das lag eben an dem großen Zulauf und lebhaften Zuspruch."
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