Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Gebetshaus in Beuthen

17 wrzesień 2021 Odsłony: 3122 Perlt
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Blick in die Ausstellung Jüdische Spuren im OSLM Foto Frank Mäuer web kleiner 

In diesem Jahr begehen wir "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Das Oberschlesische Museum in Beuthen (Bytom) und das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen widmen sich in einem Kooperationsprojekt den jüdischen Spuren in Beuthen. Im November eröffnet in Beuthen die Ausstellung "Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Gebetshaus in Beuthen". Begleitend gibt es auch bei uns eine Ausstellung, den Film "Zwei Welten" sowie ein Begleitprogramm mit Workshops.  

Ein inhaltlicher Abriss der Ausstellung

"Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Gebetshaus in Beuthen"

Wir leben, folgen immer noch den Spuren und lauschen dem Flüstern der Geschichte. Beuthen ist eine faszinierende, multikulturelle Stadt mit einer jahrhundertealten Geschichte an der Grenze zwischen den Kulturen und Traditionen, in der jüdisches Leben seit Jahrhunderten präsent war und immer noch ist.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen Menschen, Orte und Artefakte, die im Laufe der Zeit untrennbar miteinander verwoben wurden. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Beuthen, die durch das Prisma des kollektiven und individuellen Schicksals dieser gesellschaftlichen Gruppe betrachtet wird, wird durch eine Vielzahl von Kontexten bestimmt – historisch, politisch, sozial, kulturell oder rituell.

Ausgewählte Artefakte aus den Sammlungen des Oberschlesischen Museums in Beuthen zeigen chronologisch eine Abfolge von Ereignissen und Wirkungszusammenhängen, in die die Existenz der jüdischen Gemeinde an diesem besonderen Ort und der gemeinsame Aufbau ihrer Geschichte eingeschrieben waren und sind. Beamte, Fabrikarbeiter, Kaufleute und Handwerker auf der einen Seite und Angehörige der lokalen Regierung oder des sogenannten Establishments auf der anderen Seite, darunter Mitglieder zahlreicher Vereine, Stifter von Stipendienstiftungen oder Initiatoren von Bildungs-, Wohlfahrts- und Wohltätigkeitsprojekten – sie alle haben das jahrhundertealte, soziale und wirtschaftliche Leben von Beuthen geprägt. Juden wanderten ein, ließen sich nieder und blieben in der Stadt und schufen Raum für die Ebenen sacrum und profanum.

In der Ausstellung fehlt es nicht an Verweisen auf die dramatischsten Seiten der Geschichte des 20. Jahrhunderts, die auf jenen Moment des Übergangs zwischen zwei Welten hinweisen - relative Ruhe einerseits, Krieg und Holocaust andererseits. Die Ausstellung folgt den Spuren der Generationen von der Ausgrenzung der Juden aus dem gesellschaftlichen Leben in den 1930er Jahren über die Reichspogromnacht bis hin zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der das Ende einer Ära markierte – die Existenz der jüdischen Gemeinschaft innerhalb des deutschen Staates. Als die Juden nach dem Krieg in die Stadt zurückkehrten, hinterließen sie keine unvollendete Geschichte. Unter ihnen waren diejenigen, die die Konzentrations- und Arbeitslager überlebt hatten, die wenigen jüdischen Bewohner von Beuthen aus der Vorkriegszeit sowie Juden, die aus den östlichen Grenzgebieten der Zweiten Polnischen Republik umgesiedelt wurden. Gemeinsam bauten sie ihr Leben und die Stadt wieder auf. An die Stelle der Synagoge trat das jüdische Gebetshaus. Für viele war Beuthen nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Palästina (Israel), Westeuropa oder in die Vereinigten Staaten.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in unserer Stadt hat kein Ende; sie geht weiter. Auch wenn es immer weniger Juden in Beuthen gibt, ist ihr Beitrag zur Geschichte der Stadt unbestreitbar. Die Spuren ihrer Geschichte haben sich in die Geschichte der Stadt eingeschrieben; sie sind Teil des Stadtgefüges geworden. Die Erinnerung an die Menschen und Orte, die mit ihnen verbunden sind, bleibt in den Erinnerungen der nachfolgenden Generationen lebendig.

Die meisten der in der Ausstellung präsentierten Objekte stammen aus dem aufgelösten jüdischen Gebetshaus in Beuthen. Im Jahr 2017 wurden sie dem Oberschlesischen Museum von der Jüdischen Kultusgemeinde in Kattowitz geschenkt.

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