Jetzt anmelden zur Studienreise: Stätten der Moderne in Kattowitz/Katowice und Gleiwitz/Gliwice, 27.-30. Mai 2019

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Geschrieben von Kretschmann
22. März 2019
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Oberschlesien hat eine wechselvolle Geschichte: Am östlichen Rand des deutschen Kaiserreiches gelegen, war die Region spätestens seit dem 19. Jahrhundert geprägt von deutschem und polnischem Nationalismus, der von außen in die Region getragen und von aktiven Minderheiten der Bevölkerung zunehmend aufgegriffen wurde. Der nach dem Ersten Weltkrieg geschlossene Vertrag von Versailles rückte das Industriegebiet um Kattowitz, Gleiwitz, Hindenburg/O.S. und Beuthen/O.S. ins Licht der Weltöffentlichkeit, denn den Streit um dessen nationale Zugehörigkeit führten beide Seiten mit großer Härte. Die zeitweise bürgerkriegsähnliche Situation in der Region dauerte bis 1921 an. Der Völkerbund entschied nach einem Plebiszit, Oberschlesien zwischen Deutschland und Polen aufzuteilen. Mitten durch eine eng verflochtene Industrieregion verlief ab 1922 die neue deutsch-polnische Staatsgrenze.

Sowohl in der preußischen Provinz Oberschlesien auf deutscher als auch in der Woiwodschaft Schlesien auf polnischer Seite entfaltete sich in den zwanziger und dreißiger Jahren eine gesteigerte Bautätigkeit: Administrations- und Wohngebäude entstanden, die nicht allein den alltäglichen Bedürfnissen einer Region entsprachen, die sich nach ihrer Teilung neu organisieren musste. Der Bauboom sollte auch politische Signale aussenden. Das polnische Katowice und die deutsche Dreistadt Gleiwitz-Hindenburg-Beuthen/O.S. verwandelten sich unter den Vorzeichen nationaler Reorganisationswünsche in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in ein Experimentierfeld der Architekturmoderne. Die Ergebnisse dieses Experimentes lassen sich bis heute in den Stadtbildern anschaulich nachvollziehen.

Anhand der Entstehungs- und (Um-)Nutzungsgeschichte einzelner Bauten sollen Schlaglichter auf das in der Zwischenkriegszeit geteilte Oberschlesien geworfen werden.

Eigenheiten im Bau auf deutscher und polnischer Seite werden herausgearbeitet und miteinander verglichen. Im Mittelpunkt steht die Analyse einzelner Gebäude der Architekturmoderne in Katowice und Hindenburg/O.S. (nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Zabrze).

Die TeilnehmerInnen werden die beiden Städte und ihr architektonisches Erbe zunächst auf Grundlage von Fotografien, Texten und Filmen kennenlernen und sodann vor Ort gemeinsam erkunden. Gespräche mit (Kunst-)Historikern über die Region selbst, die Entstehungszeit der modernen Bauten und ihre Einbettung in den geschichtlichen Kontext bilden den Rahmen.

Teilnahme:

Die Exkursion richtet sich an deutsche und polnische Studierende mit Interesse an transnationaler Geschichte und deutsch-polnischer Beziehungsgeschichte sowie an Architektur und Stadtplanung. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Exkursionssprache ist deutsch, es wird einen deutsch-polnischen Sprachmittler geben.

Welche Leistungen sind inbegriffen?

• 3 Übernachtungen in Katowice incl. Frühstück und Verpflegung vor Ort (Mittag- und Abendessen) in Mehrbettzimmern in der Jugendherberge Jopi

• Fahrten vor Ort

• Arbeitsmaterialien

Welche Leistungen werden von den Teilnehmern erwartet?

Selbständige Anreise auf eigene Kosten (Bahn, Bus, Mitfahrgelegenheit, Flug)

Vorbereitung der TeilnehmerInnen:

Die TeilnehmerInnen der Studienreise erhalten einen Reader, in dem die wichtigsten Informationen zu Stadtentwicklung und Architektur zusammengefasst sind. In kleinen Teams (2-3 Personen) erarbeiten sie sich im Vorfeld Informationen zu einzelnen Gebäuden bzw. Stätten/Städten, die sie vor Ort vorstellen.

Anmeldung:

Bitte einen halbseitigen Lebenslauf mit einer knappen Begründung des Interesses an der Studienreise bis zum 30. April 2019 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Organisatoren:

Dr. Vasco Kretschmann, Kulturreferent für Oberschlesien, Oberschlesisches Landesmuseum

Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa

04.05.2019: Einladung zur Tagung: Oberschlesien als Drehscheibe der Migration

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Geschrieben von Kretschmann
27. Februar 2019
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Einladung zur Tagung: Oberschlesien als Drehscheibe der Migration. Der Kreis Neustadt/OS als Beispiel

am Samstag, 4. Mai 2019 im Haus Oberschlesien, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen (Hösel)

Migration wird häufig als Phänomen der modernen Welt verstanden, aber es gab sie schon immer. Gerade die historische Region Oberschlesien war im Verlauf der Jahrhunderte eine Drehscheibe der Migration, besonders im 20. Jahrhundert. Das Seminar umfasst deshalb verschiedene Aspekte der Migration in Oberschlesien, u.a. am Beispiel des Kreises Neustadt/OS (poln. pow. Prudnik). Dabei reicht der Bogen von mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Migrationsbewegungen, über die Arbeitsmigration im 19. und 20. Jahrhundert, bis zum Thema Vertreibung der deutschen Bevölkerung bzw. der polnischen Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg. Anschließend befasst sich die Veranstaltung mit Beiträgen über die Aussiedler aus Oberschlesien sowie die unterschiedlichen Erinnerungskulturen zum Thema Vertreibung in Deutschland und Polen. In einer abschließenden Podiumsdiskussion geht es um die Frage: „Oberschlesier: Menschen mit Migrationshintergrund? – Identitäten im Vergleich"

Eine Tagung der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/OS in Zusammenarbeit mit der Stiftung Haus Oberschlesien und dem Kulturreferat für Oberschlesien. Gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 18. April 2019 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter 02102-9650. Für den Mittagsimbiss und die Kaffeepause wird ein Unkostenbeitrag von 6,00 EUR zu Beginn der Tagung erhoben. Das Tagungsprogramm finden Sie hier <<<

Online-Lernmodul: Landeskunde Oberschlesien – Eine europäische Region

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Geschrieben von Kretschmann
06. Februar 2019
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kattowitz museumDas neue Lernmodul "Landeskunde Oberschlesien" vermittelt Schülerinnen und Schülern am Beispiel der Geschichte Oberschlesiens Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg (Grenzfindung; Erinnerungskultur) als auch der Migrationsgeschichte (Zuwanderung nach Deutschland). Das Modul Oberschlesien eignet sich sowohl zur Verhandlung transnationaler Regionalgeschichte (mehrschichtige Identitäten) als auch zur landeskundlichen Vorbereitung auf einen Schüleraustausch/Klassenfahrt in die Region.

Alle Arbeitsblätter aus der Reihe "Polen in der Schule" sind frei abrufbar: www.poleninderschule.de/arbeitsblaetter/landeskunde/landeskunde-oberschlesien-eine-europaeische-region

Die Unterrichtsmaterialien zu vielfältigen Aspekten der Region Oberschlesien sind in Kooperation des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt mit dem Kulturreferenten für Oberschlesien entstanden.

29.01. u. 07.02.2019: Lesung im Haus Oberschlesien mit Harald Gesterkamp: Humboldtstraße Zwei

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Geschrieben von Kretschmann
06. Dezember 2018
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Harald Gesterkamp: Humboldtstraße Zwei. Das Schicksal einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014

Harald-Gesterkamp-2Erich Plackwitz ist in den Dreißiger Jahren als Richter am Amtsgericht in Jauer, einer Kleinstadt in Schlesien, tätig. Er verachtet Hitler und den Nationalsozialismus, dennoch muss er hilflos zusehen, wie sich Deutschland vom Rechtsstaat immer mehr zum Unrechtsstaat entwickelt. Seine Tochter Elise liebt ihr Elternhaus in der Humboldtstraße Nr. 2, doch muss sie es nach Schule, Studium und Flakhelferinneneinsatz in Oberschlesien aufgeben. Nach dem Krieg fasst sie in Westdeutschland Fuß, macht eine Ausbildung und gründet eine Familie. Doch die Sehnsucht nach Schlesien brodelt weiter in ihr. Ihr in Bonn lebender Sohn Andreas kann das nicht nachvollziehen. Erst als seine Mutter alt ist und mit einer tödlichen Krebsdiagnose konfrontiert wird, beginnt er sich für ihre Lebensgeschichte zu interessieren. Ein altes Kriegstagebuch der Mutter hilft dabei.

Harald Gesterkamp, geb. 1962 in Münster, ist Autor und Journalist. Er lebt in Bonn und arbeitet als Redakteur beim Deutschlandfunk in Köln. Titelinformation: Humboldtstraße Zwei. Hamburg: Verlag Tredition, 468 Seiten, ISBN: 9783734536588

Dienstag, 29. Januar 2019, 19:00 Uhr: Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71, Ratingen-Hösel

Donnertag, 7. Februar 2019, 19:00 Uhr: Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum in Kooperation mit dem Kulturkreis Hösel und dem Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf

12.12.2018: Lesung im Haus Schlesien mit Hans Pleschinski: Wiesenstein

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Geschrieben von Kretschmann
06. Dezember 2018
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Wiesenstein - der große Gerhart Hauptmann Roman von Hans Pleschinski

pleschinskiDer alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium Dr. Weidner liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann nämlich wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein", ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei.

Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür? Können sie und ihre Entourage unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg allmählich verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?

Hans Pleschinskis erzählt in Wiesenstein erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Gerhart Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat, von der großen Flucht, vergegenwärtigt eine Welt, die für uns verloren ist, und das Werk Gerhart Hauptmanns, auch mit unbekannten Tagebuchnotizen. Die Geschichte eines irrend-liebenden Genies und einer untergehenden und sich doch dagegen stemmenden Welt, ein überwältigender Roman. (C. H. Beck, München 2018)

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 19:00 Uhr: HAUS SCHLESIEN, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

Eine Veranstaltung von Haus Schlesien in Kooperation mit dem Kulturreferat für Oberschlesien, dem Literaturhaus Bonn und dem Verein Literatur im Siebengebirge.

Kommende Veranstaltungen

Samstags im Museum. Leben ohne Strom und Plastik?
am Samstag, dem 25. Januar 2020, 14 - 16 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum. ArtLAB - Keramikwerkstatt
am Samstag, dem 1. Februar 2020, 13 - 16 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum und Jugendzentrum (JUZ) Hösel

Auf den Spuren der Juden in Oberschlesien. Buchvorstellung von Katarzyna und Jan Opielka
am Sonntag, dem 2. Februar 2020, 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Sonntagsführung durch die Dauerausstellung
am Sonntag, dem 9. Februar 2020, 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum. Die Jecken im Museum
am Samstag, dem 15. Februar 2020, 14 - 16 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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