Reisebericht: Das Kulturerbe Breslaus entschlüsseln

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Geschrieben von Kretschmann
11. Juni 2018
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Zehn Studierende der Ruhr-Universität Bochum befassten sich im historischen Seminar von Dr. Andrzej Michalczyk über mehrere Wochen des Sommersemesters 2018 eingehend mit der Geschichte Breslaus. Eine vom Kulturreferenten für Oberschlesien unterstützte Studienreise in die schlesische Hauptstadt ermöglichte ihnen, die deutsch-polnischen Umbrüche an den Orten des Geschehens zu untersuchen. Der Breslauer Ring, die Synagoge zum weißen Storch, die Jahrhunderthalle oder das ehemalige Königsschloss waren einige der zahlreichen Besuchsorte, zu denen die Studierenden die historischen Hintergründe und ihre heutige Bedeutung diskutierten. Auf den ersten Blick historischer Umbrüche unverdächtig erscheint der Breslauer Ring in seiner historischen Pracht. Doch Fotografien aus den Jahren vor und nach 1945 offenbaren, dass viele der Gebäude erst beim Wiederaufbau nach Vorbildern aus dem frühen 18. Jahrhundert gestaltet wurden, bevor Breslau preußisch war. Zudem finden sich auf verschiedenen Giebeln, auch am Rathaus, seit dem Wiederaufbau Stilelemente, die vor allem aus Zentral- und Ostpolen bekannt sind. Die neuen polnischen Bewohner Breslaus verliehen der Stadt somit eine vertraute Symbolik. Das 1956 aus Lemberg überführte Denkmal des Theaterautos Aleksander Fredro ersetzt vor dem Rathaus das Denkmal für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. Viele weitere solcher Orte boten den Studierenden – ausgestattet mit den notwendigen Informationen - Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart Breslaus.

Gruppe RUB Studienreise Breslau 2

Seit dem politischen Umbruch von 1989 besteht in der Stadt ein großes Interesse am gesamten deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbe. Den Umgang mit der lokalen Geschichte untersuchten die Studierenden auch in den beiden großen Dauerausstellungen „1000 Jahre Breslau" (Stadtmuseum) und „Breslau 1945-2016" (Institut für Erinnerung und Zukunft). Die Ausstellungen zeugen sowohl konzeptionell als auch inhaltlich von unterschiedlichen Zugängen zur lokalen Vergangenheit. Die schlesische Metropole bleibt ein spannendes Untersuchungsfeld zum Umgang mit der Geschichte. Den Seminarleiter Andrzej Michalczyk unterstützten an verschiedenen Besuchsorten neben dem Kulturreferenten auch die Dozenten der regionalgeschichtlich orientierten Breslauer Germanistik.

23.-24.11.2018: Schlesien/Śląsk/Slezsko – Grenzüberschreitende Forschung. Ein Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler/innen aus Deutschland, Polen und Tschechien

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Geschrieben von Kretschmann
28. April 2018
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Ausschreibung

Schlesien/Śląsk/Slezsko – Grenzüberschreitende Forschung. Ein Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler/innen aus Deutschland, Polen und Tschechien

Eine Veranstaltung der Kulturreferate für Schlesien und Oberschlesien in Kooperation mit der Stiftung Kulturwerk Schlesien und dem Dokumentations- und Informationszentrum von HAUS SCHLESIEN

23.-24. November 2018, Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

Deutsch-polnische Beziehungsgeschichte, Verflechtungsgeschichte, Migrationsgeschichte, Biographien von Flüssen und Orten, Literatur- und Sprachgeschichte, Lokal- und Alltagsforschung, Firmengeschichten – alle diese Disziplinen und Forschungsrichtungen berühren Themen, die häufig räumlich auf die mitteleuropäische Region Schlesien/Śląsk/Slezsko bezogen sind. Die Kultur und Geschichte dieser europäischen Region erlaubt vielfältige Perspektiven und Fragestellungen. Diese Tagung möchte zu einem Überblick der laufenden Forschungen mit einem Schlesienbezug unter-schiedlicher Disziplinen beitragen und eine grenzüberschreitende Vernetzung zwischen jungen Wissenschaftler/innen unterstützen.

Die Nachwuchstagung für Doktorand/innen aus Deutschland, Polen und Tschechien fand erstmals 2016 und 2017 in Herrnhut (Sachsen) statt. Nun möchten wir in Königswinter bei Bonn eine weitere Gelegenheit zu einem grenzüberschreitenden Austausch und einer Vernetzung laufender For-schungen bieten.

Die Tagung richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktorand/innen aller (geistes-) wissenschaftlichen Fachrichtungen. Das Programm sieht thematische Sektionen mit Projekt-vorstellungen von ca. 20 Minuten auf Deutsch vor.

Bitte bewerben Sie sich bis zum 31. Juli 2018 mit einer kurzen Vorstellung Ihres Forschungsthemas und einem Biogramm (max. eine Seite) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden über-nommen. In welcher Höhe ein Zuschuss zu den Reisekosten gezahlt werden kann, können wir erst nach Auswahl der Teilnehmer festlegen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Dr. Annemarie Franke (Kulturreferentin für Schlesien) und Dr. Vasco Kretschmann (Kulturreferent für Oberschlesien)

Diese Tagung wird gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stiftung Kulturwerk Schlesien.

29.05./06.06.2018: Jenseits des Bauhauses – die Architektur der Moderne in Oberschlesien. Vortrag und Ausstellung im Gerhart-Hauptmann-Haus

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Geschrieben von Kretschmann
27. April 2018
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Jenseits des Bauhauses – die Architektur der Moderne in Oberschlesien

Vortrag und Diskussion mit Dr. Juliane Tomann und Dr. Beate Störtkuhl. Moderation: Dr. Vasco Kretschmann

6. Juni 2018, 19:00 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Oberschlesien ist nicht nur für seine Fabriken und Schornsteine bekannt, sondern auch für seine besonders zahlreichen und herausragenden Bauten der Architekturmoderne des frühen 20. Jahrhunderts. Lange Zeit vergessen und missachtet erleben die Zeugnisse des Neuen Bauens heute eine neue Wertschätzung. Die Bauten der Moderne wurden besonders von der politischen Situation Oberschlesiens geprägt, das 1922 zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt wurde. Auf beiden Seiten dieser neuen Grenze setzte eine rege Bautätigkeit ein, die eine Fortschrittlichkeit gegenüber dem Landesteil jenseits der Grenze beweisen sollte.

Auf deutscher Seite stand die Städteregion Hindenburg, Beuthen und Gleiwitz in Konkurrenz zum polnischen Kattowitz, der Hauptstadt der neuen Woiwodschaft Schlesien. Der Vortrag setzt sich mit ausgewählten Zeugnissen dieser besonderen Bauphase auseinander und richtet den Blick sowohl auf ihre Entstehungsgeschichte als auch auf den heutigen Umgang mit der Architektur der Moderne im polnischen Oberschlesien.

Dr. Beate Störtkuhl ist Koordinatorin für Wissenschaft und Kunstgeschichte am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und Privatdozentin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Dr. Juliane Tomann leitet den Projektbereich »Geschichte und Öffentlichkeit« am Imre Kertész Kolleg der Friedrich Schiller Universität Jena.

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für Oberschlesien in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.

struktur und architektur DKF

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Ausstellungspräsentation im Gerhart-Hauptmann-Haus statt:

Struktur und Architektur. Das postindustrielle Erbe Oberschlesiens - Fotografien von Thomas Voßbeck (29. Mai bis 20. Juli 2018)

Eröffnung: 29. Mai 2018, 19:00 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Grußwort: Dr. Vasco Kretschmann. Einführung: Thomas Voßbeck

Thomas Voßbeck thematisiert mit seinen Fotografien die Ästhetik der oberschlesischen Industrieanlagen. Durch Mittel der Bildkomposition und Lichteinfall setzt er das kulturelle Erbe dieser europäischen Region eindrücklich in Szene. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurde die Industrialisierung in der preußischen Provinz Oberschlesien massiv vorangetrieben. Die Region entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten industriellen Zentren des Staates. Zahlreiche Bergwerke, Kokereien, Hütten, Kraftwerke und Werke der Chemieindustrie prägten das Bild der Landschaft.

Seit dem Ende der 1980er-Jahre ist die polnische Montanregion Oberschlesien tiefgreifenden Veränderungen unterworfen. Viele Werke wurden stillgelegt oder abgerissen, andere Anlagen aus der Zeit zu Beginn der Industrialisierung arbeiten bis heute. Das Erbe der vor allem noch aus deutscher Zeit stammenden Industriearchitektur verschwindet allmählich oder wird in anderer Form weiter genutzt. Dennoch findet man heute noch intakte und beeindruckende Werke.

Die Aufnahmen entstanden zwischen 2009 und 2010. Das Ausstellungs- und Buchprojekt „Struktur und Architektur. Das postindustrielle Erbe Oberschlesiens" wurde von Europareportage in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Herder-Institut und dem Schlesischen Museum Kattowitz realisiert.

16./17.04.2018: Unterwegs in Polen mit Hans Bollinger. Lesung und Diskussion im Gerhart-Hauptmann-Haus und Haus Schlesien

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Geschrieben von Kretschmann
06. März 2018
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Bollinger deutschBollinger polnisch

Hans Bollinger bereist Polen seit gut 40 Jahren und war dabei besonders oft in Oberschlesien. Mit viel Sachkenntnis und Feingefühl erzählt er von seinen Begegnungen mit den Menschen und ihrer Umgebung. Er berichtet von seinem ersten abenteuerlichen Besuch in Oberschlesien 1976 und den großen Veränderungen seitdem, von Schloss Lubowitz und Joseph von Eichendorff. Auch geht er der Frage nach, was deutsche von polnischen Oberschlesiern unterscheidet? Seine Begeisterung für die schöne Landschaft und die Leute eröffneten ihm ganz besondere Begegnungen, von denen er anschaulich und unterhaltsam berichtet.

Der Pädagoge und Musiker Hans Bollinger leitet seit über 20 Jahre einen deutsch-französisch-polnischen Verein im Saarland und engagiert sich in der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Für sein Wirken um die deutsch-polnische Verständigung wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und polnischen Kavalierskreuz ausgezeichnet. Nach eigener Aussage kennt er Polen besser als Deutschland, wozu neben den zahlreichen Reisen auch die über 40-jähige Ehe mit einer Polin aus Schlesien beigetragen hat.

Die Lesung mit anschließender Diskussion ist ein Angebot des Kulturreferenten für Oberschlesien in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Informationszentrum HAUS SCHLESIEN und dem Gerhart-Hauptmann-Haus, unterstützt durch die Deutsch-Polnische Gesellschaft Köln-Bonn e.V.

16. April 2018, 19:00 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

17. April 2018, 19:00 Uhr, Dokumentations- und Informationszentrum Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

22.03.2018: Die kulturelle Neuerfindung von Kattowitz/Katowice. Vortrag in der Martin-Opitz-Bibliothek - fällt leider aus -

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Geschrieben von Kretschmann
06. März 2018
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kattowitz museumDie kulturelle Neuerfindung der Hauptstadt des oberschlesischen Industriereviers beleuchtet die Kulturwissenschaftlerin Dr. Juliane Tomann (Jena) in ihrer Studie „Geschichtskultur im Strukturwandel. Öffentliche Geschichte in Katowice nach 1989" (De Gruyter Oldenbourg 2017). Die ehemalige sozialistische Musterstadt, das industrielle Rückgrat Polens, durchläuft seit der politischen Wende 1989/1990 einen tiefgreifenden ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess. Im Mittelpunkt der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung steht die Frage, wie in Zeiten des dynamischen Wandels Geschichte erzählt wird und welche Wirkungen bzw. Funktionen diese im öffentlichen Raum einnimmt.

Begrüßung: Dr. Arkadiusz Danszczyk (Martin-Opitz-Bibliothek, Herne)

Einführung und Moderation: Vasco Kretschmann (Kulturreferent für Oberschlesien)

Buch- und Thesenpräsentation: Dr. Juliane Tomann (Imre Kertész Kolleg, Jena)

22. März 2018, 19:00 - 20:30 Uhr

Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, 44623 Herne

Eine gemeinsame Veranstaltung der Martin-Opitz-Bibliothek und des Kulturreferats für Oberschlesien

Kommende Veranstaltungen

"Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien"
am Sonntag, dem 17. Februar 2019, 15:00-16:00 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

am Samstag, dem 23. Februar 2019, 14:30 - 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

am Montag, dem 25. Februar 2019, 18:00 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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