Der Online-Reiseführer Oberschlesien

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Geschrieben von Kretschmann
16. Mai 2019
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Ein informatives Angebot unseres Kooperationspartners, der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/Oberschlesien

Online Reiseführer Symbol
Oberschlesien ist sicherlich kein Land mehr „fern von gebildeten Menschen, am Ende des Reiches", wie es im ausgehenden 18. Jahrhundert Johann Wolfgang von Goethe noch schrieb. Stattdessen ist Oberschlesien heute eine reiche Kulturlandschaft mit vielen wunderbaren Sehenswürdigkeiten und liebenswerten Menschen. Geprägt wurde das Land über Jahrhunderte von Deutschen, Polen, Tschechen und „Oberschlesiern", wie sich viele Einheimische heute gerne bezeichnen. Das macht die Geschichte dieses Landes zwar kompliziert, aber umso spannender. Dass Oberschlesien eine Reise wert ist, zeigt auch der neue Online-Reiseführer Oberschlesien.

Der Initiator des Online-Reiseführers, Ralph Wrobel (*1968), ist hauptberuflich Professor für Volkswirtschaftslehre an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau. Daneben erforscht er seit drei Jahrzehnten die Geschichte und Kultur Oberschlesiens. Er veranstaltet zudem regelmäßig Stu-dienfahrten in die Region. Im „Online-Reiseführer Oberschlesien" bietet er jetzt einen Überblick über die Geschichte und Kultur des Landes sowie umfassende Beschreibungen seiner Sehenswür-digkeiten. Mit vielen farbigen Fotos, Übersichtskarten, Videos und Beschreibungen nimmt er Sie multimedial mit auf die Reise durch das Land. Oberschlesien wird dafür eingeteilt nach historischen Regionen – Oppelner Land, Kattowitzer Land, Ratiborer Land, Neisser Land, Troppauer Land und Teschener Land. Der multimediale Reiseführer basiert insbesondere auf der umfangreichen Foto-sammlung von Ralph Wrobel, wird aber auch durch zahlreiche Youtube-Videos ergänzt. Außerdem bringt der Autor seine historische Expertise ein. Wie dabei deutlich wird, handelt es sich bei Ober-schlesien um eine Landschaft im Herzen Mitteleuropas, die sowohl einen virtuellen als auch einen wirklichen Besuch lohnt.

Der Reiseführer ist online unter www.orf-oberschlesien.de erreichbar

Workshop: Schlesien und das Ruhrgebiet. Historische Spuren

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Geschrieben von Kretschmann
16. Mai 2019
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RUB WRO GruppeMit einer Tagung im Haus Oberschlesien begann am 13. Mai ein dreitägiger Workshop zu den Migrationsbeziehungen zwischen Schlesien und dem Ruhgebiet. Dozenten und Studierende der Universitäten Bochum und Breslau (Wrocław) befassten sich mit den Spuren schlesischen und polnischen Lebens im Ruhrgebiet, der Erinnerungskultur und dem Strukturwandel. Das Programm umfasste Besuche in Gelsenkirchen-Schalke, in Bochum und Wanne-Eickel (Herne). Unterstützt und begleitet wurde der Workshop des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum und des Lehrstuhls für Kultur der deutschsprachigen Länder und Schlesiens an der Universität Breslau (Uniwersytet Wrocławski) durch die Martin-Opitz-Bibliothek und das Kulturreferat für Oberschlesien. Anfang Juni 2019 wird der Workshop bei einem Gegenbesuch der Studierenden der Ruhr-Universität in Breslau fortgesetzt.

19.05.2019 Barbara Wonschik „Ein Paradies im dritten Stock“ Szenen einer Kindheit in Oppeln. Autorenlesung im Haus Oberschlesien

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Geschrieben von Kretschmann
18. April 2019
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Barbara Wonschik „Ein Barbara Wonschik 2Paradies im dritten Stock" Szenen einer Kindheit in Oppeln. Autorenlesung im Haus Oberschlesien

Sonntag, 19. Mai 2019, 15-17 Uhr

Barbara Wonschik (geb. 1939 in Oppeln) schreibt über ihre Kindheit und Jugend in der Zeit der Wirren während und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien ins Rheinland und nach der späten Heimkehr ihres Vaters aus elfjähriger Kriegsgefangenschaft in Russland musste ihre Familie im Westen Deutschlands neu anfangen.

Anlässlich des Internationalen Museumstages stellt die Autorin ihre Erinnerungen an die Kindheit in Schlesien im Haus Oberschlesien/Oberschlesisches Landesmuseum vor. Barbara Wonschik berichtet, wie auch aus belastenden Erlebnissen heraus neue Anfänge und Erfolge entstehen können. Ihre Liebe zu den Menschen war ihr eine wichtige Hilfe dabei, niemals zu verzweifeln, sondern immer wieder aufzustehen und weiterzugehen. Mit alten Volksliedern begleitet sie am Klavier Dr. Hartmut Schlattmann.

Die Lesung im Rahmenprogramm des „Internationalen Museumstages" am Oberschlesischen Landesmuseum ist ein Angebot des Kulturreferenten für Oberschlesien.

Barbara Wonschik: Ein Paradies im dritten Stock: Szenen meiner Kindheit und Jugend. Norderstedt: BoD 2018. ISBN: 978-3748128014

16.05.2019: Vortrag: Ein phantastischer Realist aus Oberschlesien. Der Schriftsteller August Scholtis. Zum 50. Todestag

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Geschrieben von Kretschmann
17. April 2019
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Ein phantastischer Realist aus Oberschlesien. Der Schriftsteller August Scholtis. Zum 50. Todestag.

Ein bebilderter Vortrag von Peter Börner

Mittwoch, 6. März 2019, 19 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Donnerstag, 16. Mai 2019, 15 Uhr, Haus Ratibor, Küppersteger Str. 56, 51373 Leverkusen

august-scholtisAugust Scholtis, geboren 1901 in Bolatitz (Bolatice), stammte aus dem Hultschiner Ländchen, einem Teil Oberschlesiens, der nach dem Ersten Weltkrieg an die Tschechoslowakei fiel. Seine Bedeutung für die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts verdankt er vor allem seinem Debütroman „Ostwind" (1932). Darin entwickelt der später lange in Berlin lebende Schriftsteller in höchst eigenwilliger, fesselnder Weise ein Kaleidoskop der uns historisch fremd gewordenen und kulturell wohl vielen immer fremd gebliebenen slawisch-deutschen Welt Oberschlesiens. Die Lektüre dieses Romans ist bis heute ein Lese-Abenteuer. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Scholtis nicht wieder an die Erfolge seines ersten Romans anknüpfen, sein Reisebericht „Reise nach Polen" (1962) griff der Verständigung mit Polen in der Brandt-Ära voraus. Der Vortrag gibt Einblicke in das erzählerische Gesamtwerk und seine Rezeption, nicht zuletzt in Tschechien und Polen, und er vermittelt - im 50. Todesjahr des Autors - einen Eindruck seiner nicht unumstrittenen Persönlichkeit.

Peter Börner, Studiendirektor i.R., Gymnasiallehrer mit den Fächern Deutsch und Katholische Religion in Köln, Bonn, dort auch Lehrauftrag für Fachdidaktik, und zuletzt in Siegburg, betraut mit dem Schüleraustausch mit Polen und schulinterner Referendar-Ausbildung. Ehrenamtliche Mitarbeit in der Bundesheimatgruppe Bunzlau und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturreferenten für Oberschlesien und der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus bzw. der Kreisgruppe Leverkusen der LM Schlesien.

Jetzt anmelden zur Studienreise: Stätten der Moderne in Kattowitz/Katowice und Gleiwitz/Gliwice, 27.-30. Mai 2019

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Geschrieben von Kretschmann
22. März 2019
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Oberschlesien hat eine wechselvolle Geschichte: Am östlichen Rand des deutschen Kaiserreiches gelegen, war die Region spätestens seit dem 19. Jahrhundert geprägt von deutschem und polnischem Nationalismus, der von außen in die Region getragen und von aktiven Minderheiten der Bevölkerung zunehmend aufgegriffen wurde. Der nach dem Ersten Weltkrieg geschlossene Vertrag von Versailles rückte das Industriegebiet um Kattowitz, Gleiwitz, Hindenburg/O.S. und Beuthen/O.S. ins Licht der Weltöffentlichkeit, denn den Streit um dessen nationale Zugehörigkeit führten beide Seiten mit großer Härte. Die zeitweise bürgerkriegsähnliche Situation in der Region dauerte bis 1921 an. Der Völkerbund entschied nach einem Plebiszit, Oberschlesien zwischen Deutschland und Polen aufzuteilen. Mitten durch eine eng verflochtene Industrieregion verlief ab 1922 die neue deutsch-polnische Staatsgrenze.

Sowohl in der preußischen Provinz Oberschlesien auf deutscher als auch in der Woiwodschaft Schlesien auf polnischer Seite entfaltete sich in den zwanziger und dreißiger Jahren eine gesteigerte Bautätigkeit: Administrations- und Wohngebäude entstanden, die nicht allein den alltäglichen Bedürfnissen einer Region entsprachen, die sich nach ihrer Teilung neu organisieren musste. Der Bauboom sollte auch politische Signale aussenden. Das polnische Katowice und die deutsche Dreistadt Gleiwitz-Hindenburg-Beuthen/O.S. verwandelten sich unter den Vorzeichen nationaler Reorganisationswünsche in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in ein Experimentierfeld der Architekturmoderne. Die Ergebnisse dieses Experimentes lassen sich bis heute in den Stadtbildern anschaulich nachvollziehen.

Anhand der Entstehungs- und (Um-)Nutzungsgeschichte einzelner Bauten sollen Schlaglichter auf das in der Zwischenkriegszeit geteilte Oberschlesien geworfen werden.

Eigenheiten im Bau auf deutscher und polnischer Seite werden herausgearbeitet und miteinander verglichen. Im Mittelpunkt steht die Analyse einzelner Gebäude der Architekturmoderne in Katowice und Hindenburg/O.S. (nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Zabrze).

Die TeilnehmerInnen werden die beiden Städte und ihr architektonisches Erbe zunächst auf Grundlage von Fotografien, Texten und Filmen kennenlernen und sodann vor Ort gemeinsam erkunden. Gespräche mit (Kunst-)Historikern über die Region selbst, die Entstehungszeit der modernen Bauten und ihre Einbettung in den geschichtlichen Kontext bilden den Rahmen.

Teilnahme:

Die Exkursion richtet sich an deutsche und polnische Studierende mit Interesse an transnationaler Geschichte und deutsch-polnischer Beziehungsgeschichte sowie an Architektur und Stadtplanung. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Exkursionssprache ist deutsch, es wird einen deutsch-polnischen Sprachmittler geben.

Welche Leistungen sind inbegriffen?

• 3 Übernachtungen in Katowice incl. Frühstück und Verpflegung vor Ort (Mittag- und Abendessen) in Mehrbettzimmern in der Jugendherberge Jopi

• Fahrten vor Ort

• Arbeitsmaterialien

Welche Leistungen werden von den Teilnehmern erwartet?

Selbständige Anreise auf eigene Kosten (Bahn, Bus, Mitfahrgelegenheit, Flug)

Vorbereitung der TeilnehmerInnen:

Die TeilnehmerInnen der Studienreise erhalten einen Reader, in dem die wichtigsten Informationen zu Stadtentwicklung und Architektur zusammengefasst sind. In kleinen Teams (2-3 Personen) erarbeiten sie sich im Vorfeld Informationen zu einzelnen Gebäuden bzw. Stätten/Städten, die sie vor Ort vorstellen.

Anmeldung:

Bitte einen halbseitigen Lebenslauf mit einer knappen Begründung des Interesses an der Studienreise bis zum 30. April 2019 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Organisatoren:

Dr. Vasco Kretschmann, Kulturreferent für Oberschlesien, Oberschlesisches Landesmuseum

Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa

Kommende Veranstaltungen

am  Sonntag, dem 17. November, um 16 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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