Podium Silesia: Vortrag "Wo die Mauern noch deutsch sprechen. Inschriften-Archäologie in Ober- und Niederschlesien"

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Geschrieben von Skrabania
24. August 2020
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Vortrag von Dawid Smolorz, Bearbeiter und Koordinator des Projektes "Vergessenes Erbe / Vergessene Inschriften"

Nach 1945 fand in den früheren deutschen Ostgebieten eine sehr konsequent, auch wenn nicht überall mit gleichem Engagement durchgeführte „Entdeutschungsaktion“ statt. In Nieder- und Oberschlesien, in Pommern und in Ostpreußen fielen dieser Aktion jegliche deutschsprachigen Informations- und Werbeaufschriften, Ladenschilder und Wegweiser zum Opfer. Nicht nur wurden auf diese Weise sechs Jahre brutaler deutscher Besatzung Polens abreagiert. Man wollte damit auch alle möglichen Beweise dafür entfernen, dass die Wiedergewonnen Gebiete, so die offizielle Bezeichnung der früheren deutschen Ostprovinzen in der Volksrepublik Polen, in Wirklichkeit nicht ganz so urpolnisch waren, wie in der Propaganda verkündet.

Vortrag Smolorz Foto 2Vortrag Smolorz Beispiel 2

Seit dem Fall des Kommunismus sind die sichtbaren Relikte der deutschen Vergangenheit keiner politisch motivierten Zerstörung mehr ausgesetzt. Wo heute Fassaden alter Bürgerhäuser und öffentlicher Gebäude bröckeln, erscheinen nicht selten Schilder längst nicht mehr existierender Geschäfte oder Restaurants. Allgemein gilt die Regel: Je schlechter der Zustand einer Stadt, desto größer die Chance, dass aus dem alten Putz wieder Spuren vergangener Zeiten hervortreten. Doch auch heute wecken die alten deutschen Inschriften in Polen Kontroversen. Gleichzeitig gibt es aber viele positive Beispiele, wo polnische Hausbesitzer, Wohnungsgemeinschaften oder kommunale Verwaltungen im Bewusstsein des historischen Erbes die alten deutschen Aufschriften renovieren oder hervorheben.

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Dawid Smolorz, geb. 1971 in Hindenburg/Zabrze (Oberschlesien), Übersetzer, Regionalforscher, freier Journalist, Autor bzw. Co-Autor populärwissenschaftlicher Publikationen zur oberschlesischen Problematik (u.a. „Grenzgänger. Erzählte Zeiten, Menschen, Orte“, „Schauplatz Oberschlesien”, „Oberschlesien aus der Luft“). Seine Beiträge sind u.a. in der Warschauer „Gazeta Wyborcza“, dem Kattowitzer „Dziennik Zachodni“ und dem „Wochenblatt“, der Zeitung der Deutschen in Polen, erschienen. In Kooperation mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Oppeln initiiert er Projekte zur regionalen Thematik. Seit vielen Jahren ist Dawid Smolorz Autor beim Senfkorn-Verlag Görlitz und der in Görlitz erscheinenden Monatsschrift „Schlesien heute“. Er lebt in Gleiwitz.

Veranstaltungstermine

06.10.2020, 18.30 Uhr im Haus Oberschlesien, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter: 0 21 02 / 965 434.

07.10.2020, 19.00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0211 / 16 99 111.

08.10.2020, 19:00 Uhr in der Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, 44623 Herne. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 02323 / 16 2805.

Es gelten die Hygienevorschriften der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (1,5 Meter Mindestabstand zwischen Personen, Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung). Demnach ist der Veranstalter verpflichtet, die Anwesenheit der Teilnehmer zu dokumentieren. Erforderlich ist die Erfassung von Vor- und Nachnamen, Telefonnummer und Adresse. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten, die Teilnahme ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


SILESIA News

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Geschrieben von Skrabania
12. August 2020
Zugriffe: 203

Social Media Header

Sie suchen Informationen über spannende Orte und engagierte Menschen, über Ausstellungen, Exkursionen, Publikationen, Festivals, Tagungen, Workshops und andere Projekte in Deutschland und Polen, die sich mit den unterschiedlichen Facetten der nieder- und oberschlesischen Kultur, Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen?

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SILESIA News ist ein gemeinsamer Informationsblog der Kulturreferate für Schlesien und Oberschlesien. Der Blog soll Interessierte über die verschiedensten Angebote zur schlesischen Kultur, Geschichte und Gegenwart informieren. Auf dieser Seite können Sie immer aktuelle Nachrichten lesen. Quartalsmäßig melden wir uns bei Ihnen mit einem Newsletter, in dem ausgewählte Beiträge von besonderer Relevanz zusammengestellt sind.

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Der Film „Verschwundene Orte – Auf der Suche nach der versunkenen Heimat“ von Ronald Urbanczyk und Marie Baumgarten

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Geschrieben von Skrabania
08. Juni 2020
Zugriffe: 1066

Das Kulturreferat für Oberschlesien und das Oberschlesische Landesmuseum bei der Stiftung Haus Oberschlesien freuen sich sehr darüber, Ihnen den Film „Verschwundene Orte – Auf der Suche nach der versunkenen Heimat von Ronald Urbanczyk und Marie Baumgarten präsentieren zu können.

In dem Film erinnern ehemalige Bewohner das Schicksal ihrer zurückgelassenen Heimatorte und Häuser in den ehemaligen deutschen Ostprovinzen. Auf einer spannenden Reise zwischen Kaliningrad, Tschechien und Polen begeben sich die geflüchteten und vertriebenen Bewohner auf Spurensuche nach der verschwundenen Heimat.
Die Suche beginnt mit dem Berliner Komponisten Siegfried Matthus in Oblast Kaliningrad im ehemaligen Ostpreußen. An der tschechischen Grenze zu Bayern erzählen Adolf Schmid, Rosa Dobner und Wolf-Dieter Hamperl von den ehemaligen böhmischen Orten des Kreises Tachau, heute Tahov. Im oberschlesischen Lubowitz/Łubowice wird die Ruine des Geburtsschlosses des schlesischen Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff durch Blasius Hanczuch und Paul Ryborz vor dem Vergessen bewahrt. Und Horst Hermann führt uns gemeinsam mit Julia Bork vom polnischen Museum der Festung Küstrin durch die versunkenen Wege und Mauerreste der Altstadt im heutigen Kostrzyn.
In ihren Erzählungen wird die Geschichte der vergessenen Orte wieder lebendig, die als Mahnmal gegen jeden Krieg und Exodus denkwürdig leuchten soll.
Der Film ist im Rahmen der Wanderausstellung „Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt“ im Auftrag des Zentrums gegen Vertreibungen entstanden.

Zentrum Kopf-1

Podium Silesia - Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens

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Geschrieben von Skrabania
13. Januar 2020
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Vortrag von Dr. Gregor Ploch
Die geopolitische Neuordnung Europas nach 1918 und ihre Folgen für Oberschlesien

Mittwoch, 19. Februar 2019, 19 Uhr
Haus Oberschlesien, Ratingen

OS Teilung de

Mit dem blutigen Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der europäischen Monarchien 1918 wurde die politische Lage in Europa neu geordnet. Die Bestimmungen des 1919 unterzeichneten „Versailler Friedensvertrages“ sahen unter anderem vor, eine Volksabstimmung in Oberschlesien durchzuführen und den neugegründeten polnischen Staat mit Industriegebieten auszustatten. Die Folgen dieses Plebiszites und der Teilung Oberschlesiens sind allen bekannt.
Anlässlich der 100. Wiederkehr dieser Ereignisse soll in dem Vortrag eine Neubewertung vorgenommen werden. Es geht nicht darum, den Fokus lediglich in die oberschlesische Region zu richten und vor dem Hintergrund der französisch-deutschen und deutsch-polnischen Beziehungen festzustellen, dass die Idee der Selbstbestimmung der Völker verletzt worden sei. Darüber gab es in der Vergangenheit unzählige Vorträge und Publikationen. Vielmehr soll die geopolitische Perspektive untersucht werden: Welche Interessen verfolgten die großen Mächte vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und nach 1918? Welche Rolle spielte der neue polnische Staat und welche (unterschiedlichen) Interessen verfolgten deren Akteure? Und schließlich: Wie ist die Teilung Oberschlesiens vor dem geopolitischen Hintergrund zu sehen?


Dr. Gregor Ploch, gebürtig in Rybnik, Theologe und Historiker, Oberschlesienforscher. Forschungsschwerpunkte: Geschichte Oberschlesiens im 19. und 20. Jh., Identität und Kultur der Oberschlesier, Vertriebenen- und Aussiedlerforschung, konfessionelle Geschichte Schlesiens, unter besonderer Berücksichtigung der Habsburgerherrschaft. Ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Oberschlesischen Landesmuseum, derzeit im Haus St. Otto Zinnowitz (Erzbistum Berlin) tätig.


Der Online-Reiseführer Oberschlesien

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Geschrieben von Kretschmann
16. Mai 2019
Zugriffe: 3144

Ein informatives Angebot unseres Kooperationspartners, der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/Oberschlesien

Online Reiseführer Symbol
Oberschlesien ist sicherlich kein Land mehr „fern von gebildeten Menschen, am Ende des Reiches", wie es im ausgehenden 18. Jahrhundert Johann Wolfgang von Goethe noch schrieb. Stattdessen ist Oberschlesien heute eine reiche Kulturlandschaft mit vielen wunderbaren Sehenswürdigkeiten und liebenswerten Menschen. Geprägt wurde das Land über Jahrhunderte von Deutschen, Polen, Tschechen und „Oberschlesiern", wie sich viele Einheimische heute gerne bezeichnen. Das macht die Geschichte dieses Landes zwar kompliziert, aber umso spannender. Dass Oberschlesien eine Reise wert ist, zeigt auch der neue Online-Reiseführer Oberschlesien.

Der Initiator des Online-Reiseführers, Ralph Wrobel (*1968), ist hauptberuflich Professor für Volkswirtschaftslehre an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau. Daneben erforscht er seit drei Jahrzehnten die Geschichte und Kultur Oberschlesiens. Er veranstaltet zudem regelmäßig Stu-dienfahrten in die Region. Im „Online-Reiseführer Oberschlesien" bietet er jetzt einen Überblick über die Geschichte und Kultur des Landes sowie umfassende Beschreibungen seiner Sehenswür-digkeiten. Mit vielen farbigen Fotos, Übersichtskarten, Videos und Beschreibungen nimmt er Sie multimedial mit auf die Reise durch das Land. Oberschlesien wird dafür eingeteilt nach historischen Regionen – Oppelner Land, Kattowitzer Land, Ratiborer Land, Neisser Land, Troppauer Land und Teschener Land. Der multimediale Reiseführer basiert insbesondere auf der umfangreichen Foto-sammlung von Ralph Wrobel, wird aber auch durch zahlreiche Youtube-Videos ergänzt. Außerdem bringt der Autor seine historische Expertise ein. Wie dabei deutlich wird, handelt es sich bei Ober-schlesien um eine Landschaft im Herzen Mitteleuropas, die sowohl einen virtuellen als auch einen wirklichen Besuch lohnt.

Der Reiseführer ist online unter www.orf-oberschlesien.de erreichbar

Kommende Veranstaltungen

Samstag, 19. September 2020, 14:00 - 16:00
Kinder haben Rechte!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Dienstag, 6. Oktober 2020, 18.30 Uhr

Wo die Mauern noch deutsch sprechen. Inschriften-Archäologie in Ober- und Niederschlesien
Projekt Vergessenes Erbe / Vergessene Inschriften
Vortrag von Dawid Smolorz
Ort: Haus Oberschlesien

Sonntag, 11 Oktober 2020, 15 Uhr

Eröffnung der Ausstellung der oberschlesischen Fotografengruppe „Karbon“ /   Projektpräsentation zum Thema Umwelt und Natur des Erzbischöflichen Realgymnasiums Liebfrauenschule in Ratingen
Haus Oberschlesien / Oberschlesisches Landesmuseum

Samstag, 17. Oktober 2020, 14:00 - 16:00
Das Museum entdecken!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Donnerstag, 26.11.2020, 18:30 Uhr

Lesung: „Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts“
mit Stephan Schäfer
Ort: Haus Oberschlesien

Samstag, 21. November 2020, 14:00 - 16:00
Unsere Umwelt!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Mittwoch, 9. Dezember 2020, 18:30 Uhr

Horst Bieneks Gleiwitzer Kindheit - Vortrag von Prof. Dr. Daniel Pietrek
Ort: Haus Oberschlesien

Samstag, 19. Dezember 2020, 14:00 - 16:00
Schlesische Weihnachten!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum





Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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