22.11.2018: Oberschlesien und seine Geschichte. Festvorträge anlässlich des 70. Jubiläums der Martin-Opitz-Bibliothek

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Geschrieben von Kretschmann
19. November 2018
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Die kulturelle Neuerfindung der Hauptstadt des oberschlesischen Industriereviers beleuchtet die Historikern Dr. Juliane Tomann (Jena) in ihrer Studie „Geschichtskultur im Strukturwandel. Öffentliche Geschichte in Katowice nach 1989" (De Gruyter Oldenbourg 2017). Die ehemalige sozialistische Musterstadt, das industrielle Rückgrat Polens durchläuft seit der politischen Wende 1989/1990 einen tiefgreifenden ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie in Zeiten des dynamischen Wandels Geschichte erzählt wird und welche Wirkungen bzw. Funktionen diese im öffentlichen Raum einnimmt?

kattowitz museumDr. Juliane Tomann leitet den Projektbereich "Geschichte und Öffentlichkeit" am Imre Kertész Kolleg in Jena. Als ausgebildete Kulturwissenschaftlerin beschäftigt sie sich mit den vielfältigen Produktionsweisen historischen Wissens sowie der Schnittstelle zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit in verschiedenen Konstellationen. Ihre Dissertation wurde mit dem Wissenschaftlichen Förderpreis des Polnischen Botschafters ausgezeichnet.

Seit Generationen bleiben nur die Polen wirklich an dem Thema Oberschlesien dran. In Deutschland sind wir dagegen immer weniger in der Lage, mit ihnen einen Kulturdialog über Oberschlesien von gestern und von heute zu führen. Heute erfahren wir von den Polen, wer die deutschen Kohle-Barone, die modernen Industriellen, Architekten und Musiker aus Oberschlesien waren, weil wir sie bereits vergessen haben.

Das ist schade, denn so kann keine Annäherung gelingen. Um dialogfähig zu bleiben, muss Wissen über Oberschlesien auch in Deutschland vermittelt, rezipiert und kritisch reflektiert werden. Der vorliegende Essayband will nicht zulassen, dass das deutsche Wissen und das so nötige Verständnis für diese komplizierte Region „vom Winde verweht" wird. Nomen est omen: Wiatr heißt Wind. Damit unser Wissen über Oberschlesien nicht „vom Winde verweht" wird, gibt es Marcin Wiatr. Alle hier gesammelten Beiträge sind kenntnisreich und beständig, alle zeugen von einer sorgfältigen Kultur des Wortes. Wiatr nimmt seine Leser ernst und das macht Appetit auf mehr!

Dr. Marcin Wiatr, ist Schulbuchforscher, Literaturwissenschaftler und Übersetzer. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Georg-Eckert-Instituts - Leibniz-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Brauschweig, wo er das deutsch-polnische Geschichtsbuchprojekt "Europa. Unsere Geschichte" koordiniert und auf deutscher Seite die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission betreut.

Dr. Vasco Kretschmann ist Kulturreferent für Oberschlesien bei der Stiftung Haus Oberschlesien in Ratingen.

Programm:

Begrüßung: Dr. Hans-Jakob Tebarth

Einführung und Moderation: Dr. Vasco Kretschmann

Buch- und Thesenpräsentation: Dr. Juliane Tomann

Buch- und Thesenpräsentation: Dr. Marcin Wiatr

Im Anschluss der Veranstaltung wird ein kleiner Umtrunk zur Feier des 70jährigen Jubiläums der Bücherei des deutschen Ostens stattfinden.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Martin-Opitz-Bibliothek und des Kulturreferats für Oberschlesien

Donnerstag, 22. November 2018, 19:00-20:30 Uhr

Martin-Opitz-Bibliothek

Berliner Platz 5

44623 Herne

25.11.2018: Schlesische Kindheiten in Literatur und Wirklichkeit. Vortrag von Dr. Jürgen Nelles

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Geschrieben von Kretschmann
18. Oktober 2018
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Vortrag: Schlesische Kindheiten"Schlesische Kindheiten in Literatur und Wirklichkeit"

am Sonntag 25.11.2018, 15:00 Uhr im Oberschlesischen Landesmuseum

Bildvortrag von Privatdozent Dr. habil. Jürgen Nelles (Institut für Germanistik, Universität Bonn)

Um 14:00 und 16:30 Uhr bieten wir Ihnen eine Kuratorenführung durch unsere Sonderausstellung an: „Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien"

Der bebilderte Vortrag bietet einen Einblick in die Kindheit bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten, die in Schlesien zur Welt gekommen und aufgewachsen sind. Im Mittelpunkt stehen die Kindheitserinnerungen von Josef von Eichendorff, Gerhart Hauptmann, Maria Frisé, Reinhard Leue, Horst Bienek, Michael Zeller u.a. Viele Dichter und Künstler haben ihren schlesischen Ursprüngen in autobiografischen Aufzeichnungen oder literarischen Werken Ausdruck verliehen – und dabei nicht selten das 'Land ihrer Kindheit' als 'verlorenes Paradies' beschrieben.

In den Büchern zeigen sich mitunter charakteristische Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen bei den Betrachtungen und Erinnerungen an Land und Leute, an beliebte Bräuche und typische Traditionen, so auch an schlesische Speisen und Getränke.

PD Dr. habil. Jürgen Nelles lehrt an der Universität Bonn Neuere deutsche Literatur. Er hat zahlreiche Aufsätze und Bücher zur Literatur vom 18. bis zum 21. Jahrhundert veröffentlicht. In diesem Jahr erschien seine Einführung in Leben und Werk des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann (Jürgen Nelles: Gerhart Hauptmann. Tectum Verlag, Baden-Baden 2018).

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für Oberschlesien aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Landesmuseum.

26.10.2018 „Schlesische Erfahrungswelten“ – Lesung von Matthias Nawrat in Berlin

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Geschrieben von Kretschmann
17. Oktober 2018
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Matthias NawratOpa Jurek eröffnet nach dem Krieg in Oppeln/Opole ein Lebensmittelgeschäft und steigt sogar bis zum Kaufhausdirektor auf. An seinem Leben davor, dazwischen und danach entfaltet sich eine bewegte deutsch-polnische Familiengeschichte zwischen Alltag und Politik, Kindheitsidyll und Kriegserfahrung. In 32 Episoden lässt Nawrat seine Hauptfigur von der Kindheit in Warschau, der Gefangenschaft in Auschwitz, dem Heimischwerden in den neuen polnischen Westgebieten und Polens Aufbruch nach 1989 erzählen – und das mit jeder Menge Empathie und Humor. Insbesondere die Geschichte der oberschlesischen „Westernstadt auf dem Mond" und Jureks Verwandtschaft in Deutschland bieten eine Reihe autobiographischer Anknüpfungspunkte mit dem Leben des Autors.

Matthias Nawrat wird aus seinem Roman und weiteren Texten lesen und im Anschluss mit Dr. Vasco Kretschmann (Kulturreferent für Oberschlesien) über die Vielschichtigkeit (ober-)schlesischer Erfahrungswelten ins Gespräch kommen.

Matthias Nawrat wurde 1979 in Oppeln/Opole geboren und siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg sowie am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seinen Debütroman „Wir zwei allein" (2012) erhielt er u. a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman „Unternehmer" (2014) wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. In seinem dritten Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek" (2015) erzählt Nawrat von einer Familie vor dem Hintergrund der Geschichte Polens und Europas im 20. Jahrhundert. Das Buch wurde u.a. mit dem Bremer Literaturpreis und der Alfred-Döblin-Medaille ausgezeichnet. 2019 erscheint Nawrats neuester Roman „Der traurige Gast".

Freitag, 26. Oktober 2018, 19:00 Uhr

Deutsch-polnische Buchhandlung buch|bund

Sanderstraße 8

12047 Berlin-Neukölln

Der Eintritt kostet 4,00 Euro.

Eine Kooperationsveranstaltung des Kulturreferenten für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen und des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Potsdam.

04./05.10.2018: Entdecke das alte Oppeln! Ein kreativer Schreibworkshop für Schüler

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Geschrieben von Kretschmann
05. September 2018
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Oppeln-Ring klDie ifa Kulturassistentin beim Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (HdpZ) in Gleiwitz, Anna Kusa, bietet für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen einen zweitägigen Kurs zur kreativen Auseinandersetzung mit der Vorkriegsgeschichte Oppelns an. Die Schüler sammeln auf einem historischen Stadtspaziergang und bei der Sichtung historischer Schriftstücke, Stadtpläne, Fotografien und Postkarten Eindrücke von der Vergangenheit ihrer Stadt. Unter der Betreuung des Germanisten und schlesischen Literaturprofessors, Daniel Pietrka (Universität Oppeln/Uniwersytet Opolski), verfassen die jungen Geschichtsentdecker Kurzgeschichten, die vom alten Oppeln handeln. Diese Geschichten werden anschließend auf der Internetseite des HdpZ veröffentlicht. In Gleiwitz stieß ein ähnlicher Workshop bereits auf reges Interesse. Da die lokale Vorkriegsgeschichte oftmals weniger bekannt ist, steht dieses Angebot unter dem Motto: „Lerne deine Stadt neu kennen!"odkryj oppeln kl

Die historischen Materialien wurden von der Stadtbibliothek Oppeln/Miejska Biblioteka Publiczna w Opolu und der Stiftung Haus Oberschlesien/Kulturreferat für Oberschlesien zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 4. bis Freitag, 5. Oktober 2018, 8:30-15:00 Uhr, Stadtbibliothek Oppeln/Miejska Biblioteka Publiczna w Opolu, Biblioteka Główna, ul. Minorytów 4

Die Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Eine Anmeldung ist bis zum 1. Oktober 2018 möglich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , tel. +48 32 461 20 70

Weitere Informationen finden Sie unter www.haus.pl

18.09.2018: Das schlesische Elysium. Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Parks im Hirschberger Tal. Lesung in Erftstadt

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Geschrieben von Kretschmann
29. August 2018
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Franke Das schlesische ElysiumIm Hirschberger Tal entstand in Jahrhunderten eine Kulturlandschaft von europäischem Rang, in der sich auch preußische Könige ihre Sommersitze errichteten. Der reich bebilderte kunsthistorische Führer widmet sich jedem Objekt mit einer Beschreibung sowie einem kurzen Abriss seiner Geschichte, ergänzt durch allgemeine touristische Hinweise und Anfahrtsbeschreibungen.

Eine bebilderte Buchpräsentation der 4., gerade erschienenen Auflage des Kulturreiseführers

Arne Franke: Das schlesische Elysium. Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Parks im Hirschberger Tal

Arne Franke studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Architekturgeschichte und Denkmalpflege. Er ist in den Kulturregionen Ostmitteleuropas als Studienreiseleiter und Fachautor tätig und konzipierte als Kurator mehrere zweisprachige Ausstellungen, darunter »Das Tal der Schlösser und Gärten. Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe« und »Kirchenburgen in Siebenbürgen«.

Dienstag, 18. September 2018, 19 Uhr

Anneliese-Geseke-Musik- und Kulturhaus, Gustav-Heinemann-Straße 1a, 50374 Erftstadt

Eintritt frei!

Musikalische Begleitung: Deep Talk

In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Erftstadt − Jelenia Góra (Hirschberg) e. V., dem Kulturreferenten für Oberschlesien bei der Stiftung Haus Oberschlesien und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa. Mit freundlicher Unterstützung von Jazzinʼ Erftstadt.

Kommende Veranstaltungen

Öffentliche Sonntagsführung
durch die Sonderausstellung "Schaukelpferd und Zinnsoldaten"
am Sonntag, 18. November, um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum
Pfefferkuchen - Der Duft der Weihnacht
am Samstag, 24. November, von 14:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Schlesische Kindheiten in Literatur und Wirklichkeit
Bilder-Vortrag von Dr. habil. Jürgen Nelles (Universität Bonn)
Dazu Sonderführungen, Kaffee und Kuchen
Ein Angebot des Kulturreferenten für Oberschlesien in Zusammenarbeit mit dem OSLM
am Sonntag, 25. November, 11:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Öffentliche Führung und Plätzchen backen
Stimmungsvoller Adventsnachmittag für Familien
am Sonntag, dem 2. Dezember 2018, 14:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Samstags im Museum
"Kling Glöckchen kling" - Weihnachtsbasteln
am Samstag, dem 22. Dezember 2018, 14:30 - 16:30 Uhr

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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