21. September: Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens: Als Deutsche in Oberschlesien nach 1945

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Geschrieben von Wiersch
31. Mai 2022
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Matthias Kneip

Foto: privat

Matthias Kneip:
Als Deutsche in Oberschlesien nach 1945. Auf den Spuren meiner Familiengeschichte
Moderierte Lesung mit Bildern

21. September 2022, 18:30

Die Eltern des Schriftstellers Matthias Kneip wuchsen als Kinder deutscher Familien im Oppelner Schlesien auf und wurden nach 1945 dort der Polonisierung unterzogen. Sie mussten die polnische Sprache lernen, auf polnische Schulen gehen. Erst Mitte der 1950er Jahre siedelten sie mit ihren Eltern nach Deutschland über. Matthias Kneip, der 1969 in Regensburg geboren wurde, spürt in dieser Lesung seiner Familiengeschichte nach. Er erzählt, wie ihm die Geschichte der Familie zu Hause vermittelt wurde, wie er selbst  auf den Spuren der Eltern durch Oberschlesien reiste und welche Folgen die neue politische Situation nach 1945 für die verbliebenen Deutschen – nun Autochthone genannt - hatte. Mit vielen Dokumenten, Fotos sowie einem kurzen Film vermittelt er seinen ganz persönlichen Blick auf die Herkunft seiner Familie, die stellvertretend für so viele sich nach 1945 auf die Suche nach einer neuen Identität begeben musste.


Eine Veranstaltung des Kulturreferats für Oberschlesien

Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens. Oberschlesische Aussiedler in NRW. Zwischen lokaler Integration und regionaler Zugehörigkeit

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Geschrieben von Wiersch
11. April 2022
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Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens.

Oberschlesische Aussiedler in NRW. Zwischen lokaler Integration und regionaler Zugehörigkeit

4. Mai, 18:30 Eintritt frei!


 "Letztlich bleibt die Sehnsucht nach dem, von dem man weggegangen ist. Man ist freiwillig gegangen. Aber nach einiger Zeit kommt das so und der Mensch sucht das. Man hat sich hier alles aufgebaut, aber es ist halt anders, ne? Und dann gibt es eben solche Tage, da kommen solche Gefühle und dann geht man eben zum polnischen Laden, um ein Stück Wurst zu kaufen, und dann geht es einem besser. So kommt es mir vor."


Porträt Otto

© Marius Otto


Mittwoch, 4. Mai 2022, 18:30

Der Vortrag von Dr. Marius Otto beschäftigt sich mit Biographien und Lebenswelten von Aussiedlerinnen und Aussiedlern, die in den 1970er und 1980er Jahren aus Oberschlesien nach Deutschland migriert sind. Nachdem der Zeitpunkt der Ausreise aus Polen mittlerweile lange Zeit zurückliegt, stellt sich die Frage, ob die »Integration« dieser Gruppe mittlerweile als abgeschlossen bezeichnet werden kann und welche Rolle die Herkunftsregion für diese Menschen heute noch spielt. Auf Basis von Interviews mit vielen Aussiedlerinnen und Aussiedlern in Nordrhein-Westfalen zeichnet Marius Otto das Leben dieser Gruppe im Spannungsfeld von lokaler Integration in Deutschland, Verbundenheit mit der Herkunftsregion und Sozialisierung in Polen nach. Der Vortrag zeigt wie facettenreich das Leben zwischen „den Stühlen“ für viele abgelaufen ist und auch immer noch abläuft. Marius Otto erläutert anhand zahlreicher Interviewausschnitte und Dokumentationen, welche Integrationsprozesse als abgeschlossen gelten können und welche immer noch – nach 30 Jahren und mehr – andauern. Dabei entschlüsselt er auch die Bedeutung der »oberschlesischen Komponente« in den vielfältigen Lebenswelten dieser ganz besonderen Gruppe.

Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens. Vortrag: Oberschlesien halb transformiert... 16.3.2022

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Geschrieben von Wiersch
28. Februar 2022
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Im Rahmen des Podium Silesia: Vortrag zum Thema „Oberschlesien halb transformiert. Die Wojewodschaften Schlesien und Oppeln im Wandel der Zeit – 1989 bis heute“

Mittwoch, 16. März 2022 | 18:30 Uhr Referent: Jan Opielka

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Foto: Leonie Lange

Oberschlesiens Strukturwandel

„Wir werfen erneut einen Blick auf die Gemeinsamkeiten von Oberschlesien und Nordrhein-Westfalen“, berichtet der Kulturreferent des Oberschlesischen Landesmuseums, Dr. David Skrabania. Die historische Region Oberschlesien, die sich heute auf die beiden Wojewodschaften Schlesien und Oppeln verteilt, ist in Zuge der vor über 30 Jahren eingesetzten Transformation großen Erschütterungen ausgesetzt gewesen. Von den einst mehr als 400.000 Arbeitsplätzen im Bergbau etwa sind kaum mehr als 70.000 übriggeblieben, auch andere Industriearbeitsplätze in der Schwer- und Hüttenindustrie fielen dem Wandel, der Privatisierung und vielfach der kompletten Schließung zum Opfer. Folge war nicht nur eine zeitweise hohe Arbeitslosigkeit, sondern auch der Verfall ganzer Stadtviertel und Städte, deren Rückgrat diese Industrien einst bildeten. Heute zählt die Region dennoch zu den ökonomisch stärksten des Landes, die für ausländische und heimische Betriebe im Industrie-, IT- und Dienstleistungssektor aufgrund einer gut ausgebildeten Facharbeiterschaft und immer moderner werdenden Transport- und Straßeninfrastruktur interessant ist. Der Vortrag beleuchtet die Veränderungen in dieser geschichtsträchtigen europäischen Region, die große Ähnlichkeiten mit dem Rhein-RuhrGebiet aufweist. „Oberschlesien bietet durch seine ökonomische Bedeutung für das bislang als homogen angesehene Polen auch ein Vorbild an Multikulturalität“, so der Referent Jan Opielka. Zuletzt sei die Region nicht nur durch Intellektuelle und Künstler, die sich als schlesisch bezeichnen, landesweites Debattenthema gewesen. „Oberschlesien ist auch wegen seiner wichtigen ökonomischen Rolle inzwischen ein Magnet für Menschen aus der Ukraine, die bereits vor dem russischen Einmarsch in der Region allgegenwärtig waren“, so Opielka weiter.  

In Oberschlesien werden angesichts der europaweit massiv beschleunigten Energiewende in den kommenden Jahren radikale Veränderungen zu beobachten sein. Werden sie politisch gut gelenkt, dürften sie eine Blaupause bilden auch für andere Regionen der EU. Bei einem Fehlen einer langfristigen Energiepolitik indes dürfte die Region in schwere Turbulenzen geraten. Bislang hat Polen den Ausstieg aus der Kohleförderung und -energie allenfalls taktisch gestaltet. Nun ist eine kohärente Ausstiegsstrategie keine Frage der Wahl, sondern unumgängliche Notwendigkeit. Hinzu kommt nun noch der Willen, sich so schnell wie möglich von russischen Öl- und Gaslieferungen unabhängig zu machen.

05.10 Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens. Vortrag: "Oberschlesische Märtyrer der Nazi-Zeit"

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Geschrieben von Ciochon
21. September 2021
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Vortrag: "Oberschlesische Märtyrer der Nazi-Zeit" von Prälat Prof. Dr. Helmut Moll.

Papst Johannes Paul II. hat 1994 den Anstoß gegeben, eine alle Kontinente umfassende Martyrergeschichte des 20. Jahrhunderts auf den Weg zu bringen. Das deutsche Martyrologium versteht sich als Teil dieses großen Gesamtprojekts. In Zusammenarbeit mit den Bistümern und den Ordensgemeinschaften haben 170 Fachleute die Lebensbilder von etwa 1000 katholischen Glaubenszeugen/innen erarbeitet. Auch nicht-katholische Glaubenszeugen/ innen wurden namentlich erwähnt, wenn sie in ökumenischen Gruppen tätig waren.

Von  den Blutzeugen unter Hitlers Terror ragen die schlesischen Glaubenszeugen/innen heraus, nicht nur wegen ihrer hohen Zahl, sondern wegen ihrer Glaubensstärke. Das zeigt sich vor allem in Oberschlesien - also in den Städten Gleiwitz, Oppeln, Leobschütz, Kattowitz, Königshütte, Cosel und Beuthen. Priester, Ordensleute beiderlei Geschlechts und mutige Laien waren bereit, sich der Ideologie des Nationalsozialismus entgegenzustemmen, um den Preis ihres Lebens.

In Wort und Bild werden diese Vorbilder im Glauben am 5. Oktober 2021 (Verschoben vom 5. Januar) vorgestellt und gewürdigt. Die Veranstaltung findet um 18.30Uhr im Haus Oberschlesien statt.

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Biogramm:

Prälat Prof. Dr. Helmut Moll studierte Kath. Theologie und Geschichte in Bonn, Tübingen, Rom, Regensburg und Münster, Promotion 1973 bei Prof. Dr. Joseph Ratzinger in Regensburg, von 1984-1995 im Dienst der Römischen Kurie, von 1993 bis 2004 Konsultor an der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, von 1998 bis 2019 Beauftragter des Erzbistums Köln für Heiligsprechungsverfahren.  Seit 1995 Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Prof. an der Wissenschaftlichen Hochschule Weilheim.







22.9. Podium Silesia. Beiträge zur Geschichte Oberschlesiens. Diskussionsabend: „Die Ausrufung des Kriegsrechts in Polen und die Pazifizierung der Zeche Wujek in Kattowitz“

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Geschrieben von Ciochon
03. September 2021
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Am Mittwoch, dem 22. September, um 18:30 Uhr laden wir Sie herzlich zu unserem Diskussionsabend, zu dem Thema "Die Ausrufung des Kriegsrechts in Polen und die Pazifizierung der Zeche Wujek in Kattowitz" ein.

Nach einer knappen historischen Einführung in die Thematik durch den Kulturreferenten für Oberschlesien, Dr. David Skrabania, folgen die Vorträge von Dr. Marek Lyszczyna, Mitarbeiter beim Schlesischen Zentrum für Freiheit und Solidarität in Kattowitz sowie durch Stanisław Płatek, Streikführer auf dem Bergwerk „Wujek“ im Dezember 1981. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Die Veranstaltung wird gedolmetscht.



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Foto: M. Janicki

In Kattowitz, an einem Ort, den heute ein Denkmal in Gestalt eines besonders symbolträchtigen Kreuzes überragt, kam es am 16. Dezember 1981 zur blutigsten aller Niederschlagungen während des Kriegszustandes. Gegen Bergleute, die als Zeichen ihres Widerstandes und aus Solidarität mit ihren verhafteten Kumpels einen Streik ausriefen, wurden Panzer und Kampfwagen der Armee und Sondereinheiten der Miliz mobilisiert. Die Streikenden sollten eingeschüchtert und die Ausweitung der Proteste auf weitere Betriebe und Bergwerke in Oberschlesien verhindert werden. Denn gerade hier, in der Region, die von den kommunistischen Machthabern als die Vorzeige-Region betrachtet wurde, erwies sich der Widerstand als besonders hartnäckig. Um ihre Hegemonie über Staat und Gesellschaft zu bestätigen, entschied sich die kommunistische Partei zum wiederholten Male in der Nachkriegsgeschichte Polens zur Gewaltanwendung. Bereits am 15. Dezember 1981 wurden vier Bergleute vor dem Bergwerk „Manifest Lipcowy“ in Bad Königsdorff-Jastrzemb verletzt, als das Feuer gegen sie eröffnet wurde. Zwei Tage später wurde die „Befreiung“ des Kattowitzer Bergwerkes „Wujek“ eingeleitet. Unter Einsatz von Wasser- und Gasgranatwerfern wurde mit dem Sturmangriff auf das Bergwerk begonnen. Panzer und Kampfwagen von Armee und Miliz rissen die Umzäunungen nieder und gelangten auf das Werksgelände. Schließlich kam noch ein Kommando der Sondermiliz zum Einsatz, das den Widerstand der Streikenden mit Hilfe von Maschinenpistolen brach. Die Milizionäre schossen weder in die Luft, noch gaben sie Salutschüsse ab. Sie töteten neun Bergleute. Der jüngste von ihnen war 19 Jahre alt.

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Foto: ŚCWiS

Heute ist das majestätische Denkmal für die gefallenen Bergleute des Steinkohlenbergwerkes „Wujek“ nicht nur ein gesamtpolnisches Symbol des Widerstandes gegen die Ausrufung des Kriegsrechts, sondern vor allem ein Zeichen der Erinnerung an die beschriebenen tragischen Ereignisse.

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Foto: ŚCWiS

Aus Anlass des 40. Jahrestages der Ausrufung des Kriegsrechts in Polen und der Niederschlagung des Streiks auf dem Bergwerk „Wujek“ und an anderen Orten, insbesondere in Oberschlesien, erinnern wir an die Ereignisse und das Unrechtsregime in Polen. Auch für Hunderttausende Oberschlesier, die in vor allem in der zweiten Hälfte der 1980er Jahren das Land verließen und als Aussiedler in Deutschland, zumal in Nordrhein-Westfalen, eine neue Heimat fanden, waren die Ereignisse vom Dezember 1981 mit ausschlaggebend, für die Entscheidung, Polen verlassen zu wollen – sie hatten mit dem kommunistischen System endgültig abgeschlossen.



Podiumsteilnehmer:

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Dr. Marek Lyszczyna, Leiter der Sachabteilung beim Schlesischen Zentrum für Freiheit und Solidarität (Śląskie Centrum Wolności i Solidarności). Er ist Absolvent des Studiengangs Organisation der Filmproduktion an der Leon-Schiller-Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź und des Studiengangs MISH an der Schlesischen Universität in Kattowitz. Stipendiat an der Université IV Sorbonne in Paris und an der Sociéte Historique et Littetaire Polonaise. Hochschulabschluss in Kulturmanagement an der Warschauer Wirtschaftshochschule, Buchautor: „Notatki o polskim kinie kontestacji“ (Notizen zum polnischen Widerstandskino), das sich mit obrigkeitskritischen Filmen aus der Zeit des Kommunismus beschäftigt, und „Jean Rollin. Migawki z historii francuskiej grozy“ (Jean Rollin. Schnappschüsse aus der Geschichte des französischen Horrors). Mitautor des Dokumentarfilms „Tablica Pani Ani“ (Anias Tafel), der Anna Walentynowicz, einer legendären Oppositionsaktivistin im kommunistischen Polen, gewidmet ist. Autor wissenschaftlicher Artikel über französische Filme (z.B. in „Europejskie Kino Gatunków“ Bd.2), über hundert Rezensionen, Interviews und populärwissenschaftliche Texte, die u.a. in der „Gazeta Wyborcza“, in „Silesia“ „artPAPIERe“ und „Opcje“ veröffentlicht wurden.


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Stanisław Płatek, einer der Anführer des Streiks im Dezember 1981 im Kohlebergwerk „Wujek“. Seit 1973 arbeitete er im Bergwerk, im September 1980 beteiligte er sich an der Schaffung der Strukturen des Unabhängigen Selbstverwalteten Gewerkschaftsbundes „Solidarność“, in denen er die Position des Sekretärs des Prüfungsausschusses innehatte. Nach der Verhängung des Kriegsrechts am 13. Dezember 1981 führte Stanisław Płatek den Streik zur Verteidigung des inhaftierten Vorsitzenden des Betriebsrats der „Solidarität“, Jan Ludwiczak, an. Am 16. Dezember wurde er bei der Befriedung des Bergwerks verwundet und anschließend von den kommunistischen Behörden zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, aus dem er 1983 aufgrund einer Amnestie entlassen wurde. Gründer und Vorstandsmitglied des Sozialkomitees zum Gedenken an die am 16. Dezember 1981 ermordeten Bergleute der Zeche „Wujek“ und der Gewerkschaft Politischer Gefangener im Kriegsrechts. 2007 Verleihung des Offizierskreuzes des Ordens der Polonia Restituta, Ehrenbürger von Kattowitz.


Moderator:

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Dr. David Skrabania
Historiker, Kulturreferent für Oberschlesien am Oberschlesischen
Landesmuseum





VERANSTALTUNGEN

Podium Silesia. Als Deutsche in Oberschlesien nach 1945.
Mittwoch, 21. September 2022, 18:30 Uhr
Haus Oberschlesien

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