There are no translations available.
Mit einem attraktiven Ausstellungsprogramm ist das Oberschlesische Landesmuseum in den Herbst 2010 gestartet. Gleich zwei neue Ausstellungen wurden am Sonntag, dem 12. September, eröffnet: Die eine widmet sich der Kunst des Scherenschnittes und der Druckgrafik von Melchior Grossek, die andere richtet ihren Blick auf Troppau / Opava, die "weiße Perle Schlesiens".
Museumsdirektor Dr. Stephan Kaiser zeigte sich sichtlich erfreut darüber, dass zwei thematisch ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen qualitätvolle Präsentationen im Oberschlesischen Landesmuseum realisiert werden konnten.
{phocagallery view=category|categoryid=85|limitstart=0|limitcount=1|namenumchar=85|displaydetail=0|displayname=0|imagerandom=1|float=right|displaydownload=0}Dr. Kaiser übermittelte den Gästen Grußworte der neuen NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Angelica Schwall-Düren. Die Ministerin betonte darin vor allem die Rolle des Museums als Mittler des partnerschaftlich eng mit der Schlesischen Woiwodschaft verbundenen Landes Nordrhein-Westfalen. Im Namen der Stadt Ratingen begrüßte Kulturdezernent Dirk Tratzig die Gäste. Er erklärte ihnen Kunst und Technik des Scherenschnitts und informierte über die wechselvolle Geschichte der tschechischen Stadt Troppau.
Mit „Unser Partner Breslau“ startete das Oberschlesische Landesmuseum im vergangenen Jahr eine neue Ausstellungsreihe. Im Mittelpunkt stehen Kunst und Geschichte bedeutender Schlesischer Städte. Gemeinsam mit dort ansässigen Partnerinstitutionen werden die Ausstellungen vorbereitet. In diesem Jahr ist das Schlesische Landesmuseum in Troppau / Opava zu Gast im OSLM. Es stellt die bewegte und reichhaltige Geschichte Troppaus vor, das seit dem 14. Jahrhundert mit Oberschlesien verbunden ist. {phocagallery view=category|categoryid=87|limitstart=0|limitcount=1|namenumchar=87|displaydetail=0|displayname=0|imagerandom=1|float=left|displaydownload=0}Museumsdirektor Mag. Antonín Šimčík vom Schlesischen Museum in Troppau machte die Besucher mit der Stadtgeschichte und der Entstehung des Museum vertraut, das 2014 sein 200-jähriges Jubiläum feiert. Entsprechend reichhaltig ist die Sammlung mit vielen wertvollen Exponaten. Mag. Markéta Kouřilová, Leiterin der Abteilung Gesellschaftswissenschaften des Schlesischen Landesmuseums, erläuterte den Zuhörern die Konzeption der Ausstellung. Für das Museum und die Geschichte der Region wurden 50 exemplarische Werke ausgesucht. Troppau liegt auf dem 50. Breitengrad – daher die Zahl 50. Hervorzuheben ist hier die gotische Holzfigur der Hl. Helena (1510), deren farbige Fassung nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Von Max Liebermann, dem berühmten Maler und Vertreter des deutschen Impressionismus, stammt ein repräsentatives Porträt des Dramatikers Gerhart Hauptmann aus dem Jahre 1893.
In Schlesien wurde auch Melchior Grossek geboren, der in Breslau studierte. Adalbert Klein stellte dem Publikum diese bemerkenswerte Persönlichkeit und dessen Werk vor. Klein hatte das Glück, den Priester Melchior Grossek in seiner Pfarrei Heilige Familie in Berlin-Lichterelde persönlich kennen zu lernen. Dass Grossek neben seiner Arbeit als Priester auch künstlerisch tätig war, erfuhr Klein erst nach dessen Tod. Zufällig gelangte er in den Besitz einer größeren Zahl von Scherenschnitten und grafischen Arbeiten Grosseks. Beeindruckt von der künstlerischen Qualität, begann Klein nach weiteren Arbeiten zu suchen. Seine Recherchen sind noch nicht abgeschlossen. Gerade erst hat er erfahren, dass Werke Grosseks sogar bis nach Rio gelangt sind und dort ausgestellt wurden. Nach vier Jahren intensiven Sammelns hat Klein ein beachtliches Konvolut zusammengetragen, das nun erstmals im Oberschlesischen Landesmuseum vorgestellt wird. Christliches Bekenntnis und außergewöhnliche Kunstfertigkeit – die Scherenschnitte und Druckgrafken laden ein zu meditativer Auseinandersetzung mit den vielen Facetten des Lebens und Sterbens.