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Das Denkmal für Friedrich Wilhelm von Reden im deutsch-polnischen Spannungsfeld

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Reden_Statuette_kleinjpgThemenführung durch die Sonderausstellung
von Dr. Thomas Parent, Stellv. Direktor des LWL-Industriemuseums,Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Sonntag, 1. August 2010, 15 Uhr

Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752 – 1815) hat die industrielle Entwicklung in Oberschlesien sehr gefördert. 1779 wurde er zum Direktor des Schlesischen Oberbergamtes ernannt. 1802 übernahm er als Nachfolger seines Onkels Friedrich Anton Freiherr von Heynitz das Amt des preußischen Bergbauministers.
Mehr als 150 Jahre lang waren die Verdienste des Grafen von Reden im Ruhrgebiet fast vergessen. Anders verhielt es sich in Oberschlesien, der zentralen Wirkungsstätte des Industriepioniers. Dort wurde bereits wenige Tage nach dem Tode Redens 1815 erstmals die Idee eines Denkmals vorgebracht. Aber erst das nachhaltige Engagement des Großindustriellen Franz von Winkler führte schließlich zum Erfolg. An der feierlichen Denkmalsenthüllung in der Stadt Königshütte (heute Chorzów) nahm 1853 auch der preußische König Friedrich Wilhelm IV. teil.

Dieses Reden-Standbild erlebte eine sehr wechselvolle Geschichte: So wurde es in einem vergifteten Klima von Unverständnis und Nationalhass 1939 gestürzt, 1940 wieder aufgestellt, 1945 erneut demontiert und mit Ausnahme des Bronzekopfs als Altmetall verkauft. Die Wende von 1989 ermöglichte in Oberschlesien dann schließlich wieder ein offenes Meinungsklima und ein starkes Interesse der polnischen Bevölkerung an der ehemals deutschen Geschichte ihrer Region. Ein neues Reden-Denkmal konnte 2002 auf dem Hüttenplatz von Chorzów feierlich enthüllt werden, nun als Symbol für polnisch-deutsche Völkerverständigung im Vereinten Europa.

In seiner Führung durch die Sonderausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum befasst sich Dr. Thomas Parent mit dem Leben und Wirken der für Oberschlesien wie für das Ruhrgebiet gleichermaßen interessanten Persönlichkeit. Dabei wird der spannenden und wechselvollen Geschichte des Reden-Denkmals von Königshütte nachgespürt. Die Ausstellung „Im Auftrag Seiner Majestät“ ist noch bis zum 29. August zu besichtigen. Sie wurde vom LWL-Industriemuseum konzipiert und vom Oberschlesischen Landesmuseum durch weitere Leihgaben und eigene Exponate ergänzt.

Der Teilnahme an der Führung ist frei.
 

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