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Vorkenntnisse reifen durch Anwendung. Neue Volontärinnen beim Oberschlesischen Landesmuseum

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Gemeinsame Bewertung. Dr. Stephan Kaiser, Christine Absmeier und Melanie Mehring betrachten Scherenschnitte von Melchior Grossek. Zwei neue wissenschaftliche Volontärinnen treten als Gesichter des Oberschlesischen Landesmuseums (OSLM) hervor. Erneut erweist sich das Ratinger Museum als prägende Ausbildungs- und Weiterbildungsstelle für den Nachwuchs.

Melanie Mehring stammt aus Köln. Sie studierte Kunstgeschichte, Osteuropäische Geschichte und Slavistik in Bonn. Ihr Studienschwerpunkt Kultur und Geschichte Polens führte sie zum OSLM. Hier reiht sie sich nun in eine Vielzahl junger, motivierter Mitarbeiter im OSLM ein. Ihre Magisterarbeit hatte die Architektur und Baugeschichte der Warschauer Johanneskathedrale zum Thema. „Ich freue mich besonders, mein privates Interesse an den deutsch-polnischen Beziehungen mit beruflicher Praxis zu verbinden.“ Als erstes Projekt unterstützte sie Kurator Dr. Gregor Ploch bei der Realisierung der großen Sonderausstellung „Herrenlos! Schlesische Klöster zwischen Aufhebung und neuer Berufung“, die am 16. Mai 2010 feierlich eröffnet wurde. „Das war schon eine tolle Erfahrung. Es boten sich mir ungeahnte Einblicke in die Komplexität solch eines großen Vorhabens“, so Mehring. Zwei Jahre wird sie nun viele weitere solcher Gelegenheiten haben. Dabei freut sie sich besonders darauf, die verschiedenen Aspekte der Geschichte und Kultur Oberschlesiens einem möglichst breiten Publikum anschaulich zu vermitteln. Mit den beiden für die 2. Jahreshälfte 2010 anstehenden Präsentationen von Scherenschnitten und Fayencen wird Melanie Mehring dies rasch unter Beweis stellen können.

Als wissenschaftliche Volontärin verstärkt auch Christine Absmeier das Team des OSLM. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Stuttgart. Im dortigen Historischen Institut gibt es einen  Projektbereich Schlesische Geschichte. Ihre Arbeit dort führte zur Promotion über das schlesische Bildungswesen während des Jahrhunderts der Reformation. Vom ihrem Engagement in der deutsch-polnischen Jugendarbeit her kennt sie beispielsweise die Begegnungsstätte im niederschlesischen Kreisau. Auf diese Weise erwarb sie sich Fachwissen und polnische Sprachkenntnisse, die nun der Museumsarbeit in Ratingen zu Gute kommen. Aus Süddeutschland stammend, fühlt sich Christine Absmeier im Rheinland sichtlich wohl: „Es machte von Anfang an sehr viel Freude. Alle sind hier aufgeschlossen und hilfsbereit. Hier ist es leicht, sich zu integrieren.“ Neben vielen Zuarbeiten im Museumsalltag wird sich Christine Absmeier besonders für die Jahresausstellung 2011 „Adel in Schlesien“ einsetzen. „Das ist ein ganz zentrales Thema. Es berührt das Selbstverständnis Schlesiens über viele Jahrhunderte hinweg. Die Tradition des schlesischen Adels wollen wir unseren Besuchern näher bringen“. Mittel und Möglichkeiten dazu wird sie in den kommenden Monaten ausloten und dabei die Museumspraxis in allen Bereichen studieren.

So wie das OSLM von den Neuzugängen profitiert, so werden Melanie Mehring und Christine Absmeier durch die Arbeit selbst Kenntnisse vertiefen und in die Praxis umsetzen. „Fordern und Fördern sind zwei Schauseiten der gleichen Medaille“, so Museumsdirektor Dr. Stephan Kaiser. „Die Wissenschaftlichen Volontärinnen sind von Anfang an integraler Bestandteil unseres Teams. In den ersten Monate wurden beide mit viel Rüstzeug ausgestattet. Diese Basis werden wir gemeinsam weiter stärken“.
 

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