{phocagallery view=category|imagecategoriessize=medium|detail=2|imageid=1038|categoryid=68|limitcount=1|displaydetail=0|displayname=0|imagerandom=0|float=right|displaydownload=0|imageshadow=non}Mit einem Vortrag über Osterbräuche und die Arten und Techniken Eier zu verzieren wurde am Sonntag, 14. März 2010, die Ausstellung "Rund ums Ei - Prämierte schlesische Ostereier" eröffnet. Zugleich wird mit "Eduard Pant - Ein später Rückkehrer" eine Tafelausstellung vom Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit erstmals in Deutschland gezeigt.
Die Kuratorin Bozena Kubit vom Museum in Gleiwitz ist der Einladung des Oberschlesischen Landesmuseums (OSLM) gefolgt und begeistert von den Ausstellungsmöglichkeiten in Ratingen. Sie erklärte in ihrem kleinen Vortrag mit aktuellen Fotos die Techniken, wie Eier in kleine Kunstwerke verwandelt werden. Viele der über einhundert Gäste kamen etliche Stunden früher, um die Gelegenheit zu nutzen, in aller Ruhe diese schlesischen Kunstwerke zu bewundern. Fleißig wurden Fotos geknipst und über die verschiedenen Techniken diskutiert. Dabei kamen auch die jüngeren Besucher kamen auf ihre Kosten, denn sie konnten in der kleinen Mal- und Bastelecke sich für die Eierdekoration üben. Den unterschiedlichen Ostertraditionen war Dr. Susanne Peters-Schildgen in ihrem Vortrag gefolgt. Besonders die Wasserspritzerei in Polen am Ostermontag oder die durch Skotschau getragene Strohpuppe des Judas biten dem rheinischen Publikum neue Akzente.
"Ostereiern" zu "Pant" war es im Oberschlesischen Landesmuseum für den Direktor Dr. Stephan Kaiser nur ein kleiner Schritt. Beide Ausstellungen sind Ausdruck der stetigen grenzüberschreitenden Kooperationen und beide Ausstellungen stammen aus Gleiwitz. Und wie eingangs Ministerialrat Johannes Lierenfeld die Traditionsbewahrung als wichtige gesellschaftliche Orientierungshilfe ansprach, so hat die historische Ausstellung den Sinn, sich die Entwicklung Schlesiens im 20. Jahrhundert zu vergegenwärtigen. Eduard Pant war ein Mensch seiner Epoche, kein stiller Erdulder, sondern politisch agierend und sensibel für die Möglichkeiten seiner Zeit. Er erlebte die widernatürliche Trennung der Region zu Lasten aller Bewohner. Für seine eigene deutsche Volksgruppe versuchte er die Minderheitenrechte anzuwenden und eine Vermittlung zwischen den Staaten zu erreichen. Die Zeitumstände im Deutschen Reich, der Republik Polen und der Tschechoslowakei hätten seine friedfertigen Ansätze letztlich scheitern lassen, so Direktor Kaiser. Doch den Weg gewagt und den Willen bewiesen zu haben, sei schon viel und bekenne wie andere spätere Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, dass es Möglichkeiten eigenen Handels aus Einsicht gegeben habe. Eine Tochter und eine Enkelin Pant´s waren gekommen, die Ausstellung über Vater und Großvater zu besuchen und dazu gegebene seltene Dokumente in den Vitrinen anzutreffen.
Mit den beiden Ausstellungen setzt das Oberschlesische Landesmuseum zudem den dynamischen Prozess der Veränderung fort. Erstmals finden diese auf einer große umgestalteten Ausstellungsfläche im Obergeschoss des funktionsgerechten Museumsgebäudes statt. Über den Winter waren dazu die Umbauarbeiten vorgenommen worden. Mit diesem frischen Vorboten der Frühjahrs ist nun für neue Attraktivität gesorgt.