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06.05.2012 - 08.2012 - Daisy von Pless: Die glücklichen Jahre

daisyEine Ausstellung des Schlossmuseums in Pless / Pszczyna in Verbindung mit dem Victoria & Albert-Museum, London

Fürstin Daisy Fürstin von Pless, Gräfin von Hochberg und Freifrau zu Fürstenstein galt zeitgenössisch Ende des 19. Jahrhunderts als ein „Fixstern“ des europäischen Hochadels. Sie war zudem eine bemerkenswerte Frau mit vielen Facetten. Die Präsentation von Fotografien des Schlossmuseums in Pless/ Pszczyna aus Beständen des Victoria & Albert-Museum in London widmet sich dieser schillernden Persönlichkeit. Damit wird die OSLM-Adelsausstellung 2011 weitergeführt. Im Mittelpunkt stehen nun Porträtfotografien der Fürstin Daisy. Die Glasplattenvorlagen entstanden in den Lafayette-Studios, einem der ältesten Fotobetriebe Englands. Zur Ratinger Inszenierung tragen wiederum Leihgaben aus den reichhaltigen Sammlungen des Schlossmuseums Pless bei. Historische Kleidung, Schmuck und Mobiliar lassen so die Fotos plastisch hervortreten. Sie zeigen Daisy in den gesellschaftlich pulsierenden und durch Wohlstand gekennzeichneten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und schöne Fürstin führte an der Seite ihres Mannes, des schlesischen Magnaten Hans Heinrichs XV. von Hochberg, ein prachtvolles und weithin sorgenloses Leben. Doch Hoffeierlichkeiten, Vergnügen, Empfänge und viele Reisen waren nur die eine Seite ihres Wirkens. Mit 17 Jahren heiratete Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, 1891 in London den preußischen Adligen. Die junge Engländerin rebellierte auf ihre Art gegen die strenge preußische Etikette ihres Mannes und dessen Eltern. Befreundet mit Vertretern des europäischen Hochadels und den Mächtigen ihrer Zeit, wie dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und britischen König Eduard VII., waren ihre Einladungen begehrt. Die Jagdgesellschaften galten als besonders exklusiv. Daisy von Pless initiierte zahlreiche Projekte im Sozial- und Gesundheitswesen, besonders in und um Waldenburg. Während des Ersten Weltkrieges versorgte sie selbst als einfache Rotkreuzschwester Kriegsgefangene und arbeitete auf Lazarettzügen in Frankreich. Das Kriegsende erlebte sie in einem österreichischen Lazarett in Serbien. Leid und Schrecken des Krieges bildeten die Kehrseite der Medaille ihres bis dahin luxuriösen Lebens. Ihre Ehe zerbrach in diesem Krieg, die 1922 geschieden wurde. Daisy verließ Schloss Fürstenstein und lebte mit ihren drei Kindern verarmt und gesellschaftlich isoliert in München, Berlin und anderen Städten. Sie starb 1943 in einer Villa im schlesischen Waldenburg, nahe der einstigen Residenz.