9. Juni: Quo vadis Europa?

26. April 2022 Zugriffe: 262 Geschrieben von Wiersch
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Quo vadis Europa: Hochkarätige Gesprächsrunde nimmt bei den „Höseler Gesprächen“ die Zukunft der EU unter die Lupe

9. Juni 2022, 19:30

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat globale Auswirkungen, gerade auch auf Europa. Nach außen hat der völkerrechtswidrige Krieg die europäischen Partner weitestgehend geeint. Doch nach innen sieht sich die EU vielen Herausforderungen gegenübergestellt, insbesondere in der Energie-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Eine Zeitenwende scheint bevorzustehen. Denn der Krieg offenbart schonungslos die Schwachstellen der Unionspolitik der letzten Jahre.

Diese Situation greift die Stiftung Haus Oberschlesien bei der nächsten Veranstaltung ihres neuen Formats „Höseler Gespräche. Aktuelle Beiträge zu Politik und Gesellschaft“ am 9. Juni 2022 um 19:30 Uhr im Haus Oberschlesien auf. Für diese Podiumsdiskussion unter dem Titel „Quo vadis Europa: Die Europäische Union vor der Zeitenwende?“ konnten der Kulturreferent für Oberschlesien Dr. David Skrabania und Stiftungsvorsitzender Sebastian Wladarz hochkarätige Gäste gewinnen.

Darunter ist Marieluise Beck. Die Bündnisgrüne war bis 2017 Mitglied des Bundestags und Sprecherin ihrer Fraktion für Osteuropapolitik. Von 2002 bis 2005 bekleidete sie das Amt einer Staatssekretärin im Familienministerium. Beck gilt durch ihr Osteuropanetzwerk als ausgewiesene Kennerin Russlands. Sie war es, die schon sehr früh die Russlandpolitik der Bundesregierung kritisierte. Zum Ukraine-Krieg twitterte sie: „Deutschland steht mal wieder auf der falschen Seite der Geschichte (…)“. Weiterhin wird Dr. Gerhard Papke auf dem Podium Platz nehmen. Der Liberale war vor seinem Einzug in den Landtag Nordrhein-Westfalen wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung. Im Landesparlament hatte er 2005 bis 2012 den Vorsitz der Faktion der Liberalen inne, 2012 bis 2017 amtierte er als Landtagsvizepräsident. Seit 2019 ist Papke Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft e.V. Als solcher wirbt er für einen Ausgleich mit den osteuropäischen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und betont in seinem Tweet das Selbstbestimmungsrecht der Länder: „(…) Die Ungarn entscheiden, was für sie richtig ist. Für ein freies, vielfältiges Europa ist das ein Gewinn (…)“. Der Belgier Prof. David Engels wiederum ist Althistoriker und Lehrstuhlinhaber für Römische Geschichte an der Universität Brüssel (ULB) sowie Präsident der „Oswald Spengler-Society“. Zurzeit arbeitet er als Chefanalyst am „Instytut Zachodni“ in Poznań / Polen. Engels ist Autor und Herausgeber zahlreicher Monographien, Sammelbände und Aufsätze. Bekannt ist insbesondere seine Studie „Le déclin“, in der er die Krise der EU mit dem Niedergang der Römischen Republik vergleicht.

Als aktiver Moderator wird Boris Kálnoky die Runde leiten. Der Politikwissenschaftler und Historiker, dessen Familie Ungarn 1947 verließ, ist in Deutschland, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Frankreich aufgewachsen und hat in Hamburg studiert. Ab 1987 war Kálnoky für die Tageszeitung „Die Welt“ tätig. Dabei berichtete er aus Budapest als Balkan-Korrespondent und aus Istanbul als Korrespondent für den Nahen Osten. Heute ist Boris Kálnoky Leiter der Medienschule am dortigen Mathias Corvinus Collegium und kommentiert regelmäßig osteuropäische Themen bei Sendern wie der Deutschen Welle oder Phoenix.

„Nach dem Brexit und dem anhaltenden Clinch mit den osteuropäischen Mitgliedsstaaten mussten wir in Frankreich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Macron und Le Pen erleben. Eine Debatte über die Zukunft Europas ist überfällig. Der Krieg in der Ukraine hat diese Notwendigkeit noch beschleunigt“, sagt Stiftungsvorsitzender Sebastian Wladarz. Deshalb sei er zufrieden, für die Debatte, die als Beitrag zur Europawoche geplant war, „solche ausgewiesenen Experten begrüßen zu dürfen“. Auch Kulturreferent David Skrabania ist von der Notwendigkeit fest überzeugt, den Fehlentwicklungen in der Union auf den Grund zu gehen: „Die EU wurde als Wirtschaftsunion und Friedensprojekt, also unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten gegründet. Es darf daher die Frage erlaubt sein, ob sie es verkraften kann, sich in unionsinternen Konflikten zu verrennen, in verschiedenen Bereichen eine immer engere Verschmelzung gegen den Willen zahlreicher Mitgliedsstaaten anzustreben und genau diese Gründungsleitgedanken aus dem Blickfeld zu verlieren.“

Das Podium jedenfalls verspricht eine spannende Debatte, bei der auch die Besucher Fragen stellen dürfen. Sebastian Wladarz ist sich sicher: „Bei dieser Podiumsbesetzung erwarte ich einerseits viel Klartext, andererseits aber auch Lösungsansätze, wie die EU die Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten meistern kann.“ Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Anmeldungen werden jedoch erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch über (02102) 9650.

 

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