Matrosenanzug

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Geschrieben von Wahlsdorf
14. Mai 2018
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matrosenanzug klDie Uniform von Matrosen besteht aus drei Teilen: einer Hose, einem Hemd und einer Mütze. Ab etwa 1830 kam ein eckiger Rückenkragen hinzu, der sich aus den preußischen Matrosentüchern entwickelte, die vor Schmutz schützen sollten. Die drei Streifen am Kragen gehen auf die siegreichen Seeschlachten der Royal Navy gegen Napoleon zurück. Am britischen Königshof trug der spätere König Eduard/Edward VII als Kind einen Matrosenanzug. Der spätere Kaiser Wilhelm II bekam ebenfalls einen solchen Anzug von seiner Großmutter Königin Victoria. Er machte die Kaiserliche Marine zu einer der größten Kriegsflotten der Welt. Dieser Erfolg entfachte eine große Begeisterung beim Volk. Die Begeisterung spiegelte sich dann im Matrosenanzug wieder, der im ganzen Land zur Mode wurde. Ende des 19. Jahrhunderts trugen auch Mädchen einen Matrosenanzug, wobei die Hose durch einen Faltenrock ersetzt wurde. Bis in die 30er Jahre war der Matrosenanzug ein beliebtes Kleidungsstück sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien und Frankreich. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er als Symbol des Bürgertums abgelehnt, in den 50er Jahren war er dann endgültig aus der Mode gekommen.bleyle schild kl


Der hier gezeigte Matrosenanzug aus den 1920er Jahren stammt aus der Sammlung des Ruhr Museums in Essen. Er wurde vermutlich von einem kleinen Jungen aus Preußen getragen. Die Stuttgarter Firma Bleyle war einer der bekanntesten Hersteller von Matrosenanzügen im 19. Jahrhundert. Ihre Werbung war in der Zwischenkriegszeit im Breslauer Hauptbahnhof im großen Format zu sehen. Ein Emailleschild dieser Firma, das ebenfalls aus der Sammlung des Ruhr Museums stammt, wird auch in unserer nächsten Ausstellung zu sehen sein. 

Reifentreiben

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Geschrieben von Chromik
27. April 2018
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Reifen 1 webWenn man sich Fotografien aus dem 19. Jahrhundert oder der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert anschaut, sieht man häufig Porträts von Jungen, die einen Metallreifen mit einem Stock halten. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine reine Requisite für das Foto, sondern ein populäres Spielzeug und Symbol der Kindheit dieser Zeit. Dieses Spiel für Kinder- und Jugendliche nennt man Reifentreiben.

Das Reifenspiel war schon in der Antike bekannt. Es war eine Art körperliche Übung zur Verbesserung der Konstitution.

Das Spiel mit dem Reifen war im 19 Jahrhundert besonders bekannt und populär, sogar unter adeligen Kindern. In den 1950er und 60er Jahren erlangte das Spiel erneut Popularität. Für die Kinder die in Schlesien aufgewachsen sind, gehörte es zum Alltag. Auf Oberschlesisch nennt man diesen Spaß: kulanie felgi oder kulanie rajfy.

Wie funktioniert das Spiel?

Auf den ersten Blick ganz einfach: Man braucht einen Metallreifen und einen Stock oder eine Stange (im Prinzip funktioniert es auch nur mit Handfläche). Damit soll der Reifen aufrecht gehalten und vorwärts bewegt werden. Das aber erfordert viel Flinkheit und Geschicklichkeit!

Wojciech Mszyca, ein sympathischer Sammler alter Fahrräder und Nivea-Verpackungen kennt das Reifentreiben aus der eigenen Kindheit sehr gut. Eben von ihm ist dieser Reifen auf dem Foto, der über 1000 km ins OSLM „gerollt“ ist!

Wettbewerbe zum Reifentreiben werden nicht nur in Schlesien organisiert. Wie viel Spaß und Lachen es auslöst, davon wird man sich selbst überzeugen können: beim OSLM-Familienfest in diesen Sommer.

Minerva-Puppe

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Geschrieben von Wahlsdorf
16. April 2018
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minervapuppe webPuppen gehören zu den beliebtesten und auch ältesten Spielzeugen. Ob kleine Säuglings- oder „Barbiepuppen“, ob gekauft oder selbstgemacht oder ob aus Porzellan oder Zelluloid, fast jedes Mädchen spielte bzw. spielt gerne mit Puppen. Sie hegen und pflegen ihr „Baby“, ziehen der Puppe Kleidung an und dekorieren ihr Zuhause.

Seit dem 19. Jh. werden Puppen von verschiedenen Firmen produziert, so auch in Schlesien. In Reichenbach wurde zunächst unter dem Firmennamen „Max Dittrich & Schön“ Puppenköpfe aus Metall produziert. Diese Firma wurde 1890 übernommen und hieß von da an Buschow & Beck. Von dieser Firma wurden unter der Schutzmarke „Minerva“ Puppenköpfe aus Blech hergestellt, die zusätzlich mit einer Celluloidschicht überzogen war. 1896 verlegte die Firma ihren Sitz nach Nossen (in Sachsen).

Die hier abgebildete „Minerva“-Puppe, die noch die Originalkleidung trägt, wurde von Hildegard Markmann in den 80er Jahren für ihre Sammlung erworben. Frau Markmann musste als kleines Mädchen mit ihrer Familie aus Schlesien flüchten. Dabei ist ihre Puppe, ihr einziges Spielzeug, zerbrochen. Später begann sie dann Puppen und andere Spielzeuge zu sammeln. Ihre Sammlung hat sich über die Jahre durch Mithilfe von Freunden und Familie immer weiter vergrößert, sodass sie Kinderspielzeuge aus über zwei Jahrhunderten in der „Spielzeugstube“ in Eschede in der Lüneburger Heide präsentieren kann.

Kommende Veranstaltungen

Öffentliche Sonntagsführung
am Sonntag, 13. Mai, um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kinderferienprogramm
am Mittwoch, 23. Mai, von 14:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Finissage der Sonderausstellung "Schlesische Bahnwelten"
am Sonntag, 27. Mai, 13 bis 17 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Sonntagskonzert: Morgenstern-Trio - Violine, Violoncello, Klavier
eine Veranstaltung des Kulturkreises Hösel
am Sonntag, 27. Mai um 17 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien

Eröfffnung der Sonderausstellung "Schaukelpferd und Zinnsoldaten"
am Sonntag, 8. Juli um 15 Uhr
Ort: Stiftung Haus Oberschlesien



Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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