Puppenhaus

13. Juni 2018 Zugriffe: 479 Geschrieben von Wahlsdorf
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puppenhaus webEines der Highlights unserer kommenden Ausstellung „Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien“ ist sicherlich das große Puppenhaus aus Königshütte. Puppenhäuser oder auch Puppenstuben, wie sie früher genannt wurden, sind Miniaturdarstellungen von Häusern.
Schon in der Antike gab es verkleinerte Darstellungen von Häusern, die entweder aus Ton, Bronze, Zinn oder Silber hergestellt wurden und verstorbenen Kindern mit ins Grab gegeben wurden. Das älteste Puppenhaus, so wie wir uns heute auch ein Puppenhaus vorstellen, stammt aus dem Jahr 1558. Der Herzog von Bayern Albrecht V. schenkte seiner Tochter ein Puppenhaus. Dieses Puppenhaus war allerdings nicht zum Spielen gedacht, sondern war ein Kunstwerk. Das Puppenhaus als Spielzeug wurde zwischen dem 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa immer beliebter. Dabei war das Puppenhaus nicht nur ein Spielzeug, sondern verfolgte auch pädagogische Ziele. In den gut ausgestatteten Puppenküchen, Wohnzimmern oder auch Kinderzimmern sollen die kleinen Puppenmütter mit ihrer zukünftigen Rolle als Hausfrau und Mutter vertraut gemacht werden.
Auch wenn schon einige Handwerker im 19. Jahrhundert u. a. in Deutschland, England oder Frankreich solche Puppenhäuser herstellten, so waren sie nur für die wenigsten Kinder bzw. Familien erschwinglich. Für ein Puppenhaus war die Zusammenarbeit von verschiedenen Handwerkern notwendig und dementsprechend war das Puppenhaus auch teuer. Tischler fertigten die kleinen Möbel an, Schneiderinnen die Kleider, Gefäße aus Zinn wurden von Glockengießern hergestellt, Tassen sowie Schalen aus Ton von Töpfern und das Porzellanservice wurde in Porzellanfabriken gefertigt. Weniger reiche Familie konnten sich ein Puppenhaus nur leisten, wenn ein Elternteil handwerklich talentiert war und sie die Zeit hatten in mühsamer Arbeit ein Puppenhaus zusammenzustellen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts fing die Massenproduktion von Puppenmöbeln und –häusern an, sodass Kinder und Familien aus unterschiedlichen, gesellschaftlichen Schichten sich solche Spielzeuge leisten konnten.
Das hier gezeigte Puppenhaus entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde uns von dem Schlesischen Museum Kattowitz zur Verfügung gestellt. Es gehörte einer evangelischen Familie in Königshütte. Das Besondere an dem Puppenhaus aus Holz ist, dass sich eine Seite öffnen lässt, sodass zwei Zimmer zum Vorschein kommen.

Foto: Schlesisches Museum Kattowitz

https://muzeumslaskie.pl/pl/work/zabawka-domek-dla-lalek-mske3389/

Kommende Veranstaltungen

Per App durchs Museum
Workshop für Jugendliche im Rahmen des Kulturrucksack NRW
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum
am Mittwoch, dem 17. und Donnerstag, dem 18. Oktober

Samstags im Museum
Am Anfang war der Stein
am Samstag, 27. Oktober, von 14:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Herbstmarkt mit Ausstellungseröffnung "Pfefferkuchen"
und festlicher Stunde zum 20-jährigen Bestehen
des OSLM-Neubaus
am Sonntag, 28. Oktober, von 11:00 bis 18 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Nathan (to go)
Veranstaltung des Kulturkreis Hösel
am Montag, 29. und Dienstag, 30. Oktober,  um 19 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Öffentliche Sonntagsführung
durch die Sonderausstellung "Schaukelpferd und Zinnsoldaten"
am Sonntag, 18. November, um 15 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Schlesische Kindheiten in Literatur und Wirklichkeit
Bilder-Vortrag von Dr. habil. Jürgen Nelles (Universität Bonn)
Dazu Sonderführungen, Kaffee und Kuchen
Ein Angebot des Kulturreferenten für Oberschlesien in Zusammenarbeit mit dem OSLM
am Sonntag, 25. November, 11:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Haus Oberschlesien

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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