Der Dreidel

05. Dezember 2018 Zugriffe: 3641 Geschrieben von Wahlsdorf
Drucken E-Mail

DSC 0015b

In unserer Ausstellung „Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien“ zeigen wir zwei Dreidel unter vielen weiteren Spielzeugen. Der Dreidel (hebräisch Sevivon, jiddisch Trendl) ist ein Kreisel mit vier Seiten, die jeweils mit einem Buchstaben des hebräischen Alphabets bedruckt sind:

נ (Nun), ג (Gimel), ה (He), ש (Schin). In der Diaspora sind es die Anfangsbuchstaben für den Satz:

נס גדול היה שם – Nes gadol haja scham: „Ein großes Wunder geschah dort.“ 

In Israel wird der Buchstabe Schin durch ein פ (Pe) ersetzt, so heißt der Satz:
נס גדול היה פה – Nes gadol haja po: „Ein großes Wunder geschah hier.“DSC 0004b

Gemeint ist das „Lichtwunder“, das während des Chanukka-Fests gefeiert wird. 164 v. Chr. befreiten sich die Makkabäer erfolgreich von der Herrschaft der Seleukiden. Die Besatzer hatten den Tempel in Jerusalem geplündert, entweiht und das Licht der Menora (des siebenarmigen Leuchters) gelöscht. Ein besonderer Frevel, denn ihr Licht steht für die Anwesenheit Gottes und darf niemals erlöschen. Bei der Neuweihung des Tempels war es insofern essentiell die Menora wieder zu entzünden. Der Legende nach hatten die Griechen einen winzigen Krug mit Öl übersehen, der die Menora wie durch ein Wunder acht Tage lang zum Leuchten brachte – genauso lange wie man zur Herstellung neuen Öls benötigte.

Während der seleukidischen Besatzung war außerdem das Studium der Thora verboten. Eine weitere Legende besagt, dass in diesem Zusammenhang der Dreidel entstanden ist. Mit seiner Hilfe sollte man aus der Thora lernen. Näherte sich eine seleukidische Patrouille, konnte man vorgeben sich einer harmlosen Freizeitbeschäftigung zu widmen. Tatsächlich ist der Dreidel wesentlich jünger und beruht auf einem Kinderspiel aus dem 16. Jahrhundert. 

In Oberschlesien bestanden jüdische Gemeinden seit dem 13. Jahrhundert, die besonders in den größeren Städten eine lebendige Kultur pflegten. Vor allem seit dem Fall des Kommunismus erlebte das kulturelle, soziale und religiöse Leben der Juden in Schlesien eine Wiederbelebung.

Kommende Veranstaltungen

Samstag, 19. September 2020, 14:00 - 16:00
Kinder haben Rechte!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Dienstag, 6. Oktober 2020, 18.30 Uhr

Wo die Mauern noch deutsch sprechen. Inschriften-Archäologie in Ober- und Niederschlesien
Projekt Vergessenes Erbe / Vergessene Inschriften
Vortrag von Dawid Smolorz
Ort: Haus Oberschlesien

Sonntag, 11 Oktober 2020, 15 Uhr

Eröffnung der Ausstellung der oberschlesischen Fotografengruppe „Karbon“ /   Projektpräsentation zum Thema Umwelt und Natur des Erzbischöflichen Realgymnasiums Liebfrauenschule in Ratingen
Haus Oberschlesien / Oberschlesisches Landesmuseum

Samstag, 17. Oktober 2020, 14:00 - 16:00
Das Museum entdecken!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Donnerstag, 26.11.2020, 18:30 Uhr

Lesung: „Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts“
mit Stephan Schäfer
Ort: Haus Oberschlesien

Samstag, 21. November 2020, 14:00 - 16:00
Unsere Umwelt!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Mittwoch, 9. Dezember 2020, 18:30 Uhr

Horst Bieneks Gleiwitzer Kindheit - Vortrag von Prof. Dr. Daniel Pietrek
Ort: Haus Oberschlesien

Samstag, 19. Dezember 2020, 14:00 - 16:00
Schlesische Weihnachten!
Samstags im Museum. Museumspädagogische Nachmittage für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum





Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!