Zwei Neuerwerbungen für das OSLM

27. August 2020 Zugriffe: 666 Geschrieben von Peters-Schildgen
Drucken

Brautbecher webBrautbecher, 1880er Jahre
Hergestellt in der Glaserei Fritz Heckert bei Petersdorf

Seit kurzem bereichern unsere Dauerausstellung zwei besonders schöne Brautbecher. Das traditionelle Hochzeitsgeschenk, aus dem das Brautpaar gleichzeitig trinken kann, entspringt der Legende nach aus der Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Goldschmied. Hergestellt wurden die beiden Becher in den 1880er Jahren in der Glaserei Fritz Heckert bei Petersdorf am Rande des Riesengebirges in Schlesien.

1862 erwarb Fritz Heckert im Zackental (Hirschberg) eine Glasschleiferei und gründete 1987 einen Veredelungsbetrieb in Petersdorf. 1889 errichtete er dort zusätzlich eine Glashütte für die Rohwarenproduktion. Nach Fritz Heckerts Tod übernahm zunächst sein Schwiegersohn Otto Thamm den Betrieb, bis Heckerts Sohn Bruno die Leitung nach dem Ableben Thamms übertragen wurde. Aufgrund wirtschaftlicher Defizite ging das Familienunternehmen schließlich in die Hände der Josephinenhütten AG.

Fritz Heckert spezialisierte sich insbesondere auf historisierende und orientalisierende Formen und Ornamente. So wurden die beiden Brautbecher im Stil der Renaissance gearbeitet. Die Oberkörper bestehen aus Metall, die Trinkgefäße aus farblosem mattierten Glas mit polychromer Emailmalerei. In unserer Dauerausstellung haben die beiden besonderen Trinkgefäße einen Platz in dem Bereich "Alltag und religiöses Leben um 1900" gefunden. 


Brautbecher 1 webBrautbecher 2 webBrautbecher 3 web