30.8.: "Vergessene Opfer" - Finissage

08. Juli 2020 Zugriffe: 360 Geschrieben von Peters-Schildgen
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Euthanasie - Pirna Ausstellungstafel Detail webSonntag, 30. August 2020, 15.30 Uhr

Vortrag und Führung: Finissage der Wanderausstellung „Vergessene Opfer der NS-‚Euthanasie‘. Die Ermordung schlesischer Anstaltspatienten 1940-1945“

Die 1912 in Niederschlesien geborene Elisabeth Richter wurde 1938 wegen einer psychischen Erkrankung in die Heil- und Pflegeanstalt Leubus aufgenommen. Im Juli 1941 wurde sie in die sächsische Landesanstalt Großschweidnitz verlegt. Zusammen mit 95 weiteren Menschen kam sie am 16. Juli 1941 in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo sie in der Gaskammer ermordet wurde. Elisabeth Richter gehört zu den über 2500 Menschen aus Schlesien, die zwischen 1940 und 1945 den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer fielen. Aufgrund von Behinderungen oder psychischen Erkrankungen galten sie den Nationalsozialisten als „lebensunwert“. Allein in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein starben über 1500 Menschen aus Schlesien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Verbrechen für viele Jahrzehnte weitgehend vergessen. Seit 2018 erinnert eine Wanderausstellung der Stiftung sächsische Gedenkstätten Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein an das Schicksal der Menschen aus Schlesien, die den NS-Krankenmorden zum Opfer fielen.

Das Oberschlesische Landesmuseum präsentiert die bemerkenswerte Sonderschau bis zum 30. August 2020 und lädt alle herzlich ein zur Finissage an diesem Tag um 15.30 Uhr. Geboten wird ein einführender Vortrag mit anschließendem Ausstellungsrundgang durch einen Vertreter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein.

Die Ausstellung stellt die zunehmende Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts da, die nach Kriegsbeginn 1939 zu einem systematischen Massenmord führte. Anhand von Biografien der Opfer rekonstruiert sie den Weg schlesischer Psychiater trieb Patienten nach Sachsen und ihre Ermordung im Rahmen verschiedener Tötungsaktionen. Gleichzeitig nimmt sie die Verantwortung der Täter und die nachlässige juristische Verfolgung der Verbrechen nach 1945 in den Blick.

Wichtiger Hinweis: Die Teilnahme an der Finissage ist kostenfrei. Das Hygienekonzept zur Vermeidung der Verbreitung des Corona-Virus gewährt einen sicheren Veranstaltungsablauf vor Ort. Das bedeutet auch, dass eine Teilnahme nur mit schriftlicher Anmeldung per Post oder E-Mail erfolgen kann, da nach der geltenden NRW-Coronaschutzverordnung alle Teilnehmer namentlich zu erfassen sind.

Anmeldung unter dem Stichwort „Finissage 30.8.2020“ an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf dem Postwege an: Stiftung Haus Oberschlesien, Geschäftszimmer, Bahnhofstr. 71, 40883 Ratingen

Kommende Veranstaltungen

Samstags im Museum. Ei, Ei, Ei – Osterei abgesagt
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Öffentliche Sonntagsführung durch die Osterei-Ausstellung abgesagt
am Sonntag, dem 22. März, 15 16 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Ostereier verzieren. Kreativkurs für Erwachsene abgesagt
am Samstag, dem 28. März, 14 16 Uhr
Ort: Oberschlesisches Landesmuseum

Kontakt

Anschrift:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstraße 62
40883 Ratingen (Hösel)

Telefon:
+49(0)2102-9650

Email:
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